Das neue Android 2.2 alias Frozen Yogurt (Froyo) macht sich nicht nur auf zahlreichen Tablet-PCs breit, für die es ja laut Initiator Google gar nicht geeignet ist, sondern in erster Linie auch auf neuen Smartphones. Der südkoreanische Hersteller LG hat mit dem Optimus One und dem Optimus Chic kürzlich zwei Froyo-Geräte vorgestellt, die preislich mit 249 und 299 Euro sehr ansprechend sind. Das Optimus One, das auch LG P500 genannt wird, ist das günstigere von beiden, bietet aber trotzdem eine Menge Funktionen – wie unser Test zeigt.
LG Optimus One Test – Inhalt
- Aussehen, Tasten, Anschlüsse, Lieferumfang
- Handhabung, Display, installierte Apps, Sprachsteuerung und Navigation
- Android Market, Speicherplatz und Kamera
- Musikfunktion, Fazit und technische Daten
Während das Optimus Chic eine eckige Form erhalten hat, ist das rund 114x60x13 Millimeter große und 130 Gramm leichte Optimus One abgerundet. Je nach Farbwahl hält der Nutzer ein schwarz-silberfarbenes, chrom-blaues oder chrom-silbernes Telefon fest, das mit der mattierten und weichen Oberfläche sehr gut in der Hand liegt. Unsere schwarze Variante hinterlässt einen hochwertigen Eindruck und glücklicherweise kaum Fingerabdrücke auf dem Gehäuse. Schön ist, dass dem LG P500 sein günstiger Preis kaum anzusehen ist. Höchstens beim Display lässt sich ein Unterschied zu teureren Smartphones erkennen. Anstelle von Glas, IPS-Panels und nahtlosen Abdeckungen gibt es ein herkömmliches LC-Display mit kapazitivem Touchscreen. Kleine Blickwinkel oder eine grobkörnige Anzeige muss aber niemand befürchten. Das 3,2-Zoll-Display mit einer Auflösung von 320x480 Pixeln sowie 256.000 Farben verrichtet seinen Job bezüglich Schärfe, Helligkeit, Kontrast und Farbwiedergabe sehr gut, was auch die Videofunktion freut.
Mit Bewegungssensor
Tasten gibt es zum Verstellen der Lautstärke an der Seite, zum Aufrufen des Home-Screens, um einen Schritt zurückzugehen, sich weitere Optionen anzeigen zu lassen oder in der aktuellen Anwendung eine Suche zu starten. Die Tasten behalten ihre Funktion auch dann bei, wenn das Handy gedreht wird: Der Bewegungssensor erkennt die Ausrichtung und passt den Bildschirminhalt an. Die Displaybeleuchtung wird aber nicht automatisch geregelt, hier muss der Nutzer selbst zur Tat schreiten.
Schwächen bei SMS und der Telefoniefunktion
Eine Hardware-Tastatur hat das Optimus One nicht, für die Texteingabe stehen die Android-Standardtastatur und ein zusätzliches Exemplar von LG bereit. Hochkant gehalten, wird mit dem LG-Keyboard über eine T9-Tastatur wie bei einem herkömmlichen Handy getippt, hält der Nutzer sein Smartphone quer, blendet LG automatisch eine QWERTZ-Tastatur ein. Natürlich ist an 10-Finger-Schreiben bei einem so kleinen Smartphone nicht zu denken, es lässt sich aber halbwegs angenehm tippen. Wir vermissen trotzdem Platz: Das Texteingabefeld für SMS ist noch kleiner als bei der Android-Tastatur und zeigt zu wenige Zeilen an, um übersichtlich zu sein – genau wie beim LG GT540 (Test). Mit dem Finger die gewünschte Textstelle zu treffen, ist bei der kleinen Schriftgröße viel zu schwierig. Auch die Telefonfunktion weist Schwächen auf. Nicht in der Handhabung, aber bei der Qualität. Nimmt der Nutzer einen eingehenden Anruf entgegen, ist die Verbindung sehr gut und der Gesprächspartner klar zu verstehen. Im umgekehrten Fall rauscht es jedoch in der Leitung.
Der Lieferumfang des Optimus One. Die 2-GB-microSD-Karte und der Akku stecken bereits im Handy. Bild: onlinekosten.de
Neben einem Micro-USB-Anschluss verfügt das Smartphone zudem über einen 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer. Fast schon erstaunlich ist, wie LG das Handy zusammen mit einem passenden Headset, dem Akku, dem Netzteil und einem Handbuch in einen Karton gequetscht hat, der die Größe einer Kaffeetasse hat. Das ebenfalls beliegende USB-Kabel hat jedenfalls beim Platzsparen geholfen: Es verbindet auch Netzadapter und Smartphone miteinander. Über den PC kann das Handy ebenso geladen werden. Um an die Plätze für Akku, SIM-Karte und eine microSD-Speicherkarte zu gelangen, muss die Rückseite abgenommen werden. Maximal verträgt das Gerät 32 Gigabyte (GB), eine 2-GB-Karte liegt bei. Beim Gedanken daran, mittig auf den Rücken des Handys drücken zu müssen, um die Abdeckung oben zu lösen, ist einigen Nutzern – mit Blick auf das Display – sicherlich unwohl zumute. Nach den ersten Gehversuchen ist das Smartphone aber schnell geöffnet. Zu beachten ist, dass der Akku auch bei einem Wechsel der microSD-Karte herausgenommen werden will. Er sitzt ziemlich fest und ist nur mit kurzen Fingernägeln zu lösen.