Samstag, 04.09.2010 13:01

IFA: Verbraucherzentrale dämpft HD-Hype

aus den Bereichen Computer, Sonstiges
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) warnt vor Zusatzkosten und Nutzungseinschränkungen, die das hochauflösende Fernsehen HD-TV mit sich bringen kann. Anlass dazu ist die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin, auf der das diesjährige Schlagwort "HD-TV" an jeder Ecke zu hören ist.

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HD-TV bringt Einschränkungen

Der vzbv sieht das Free-TV in Gefahr. Durch neue Restriktionsmöglichkeiten seitens der Plattformbetreiber und Sender bestünde die Gefahr, dass Kunden mit erheblichen Mehrkosten konfrontiert würden. "Der Sprung ins digitale Fernsehzeitalter wird nicht gelingen, wenn das neue Angebot Verbraucher finanziell zu stark belastet", erklärt vzbv-Medienexperte Michael Bobrowski. Speziell vom Handel fordert der vzbv, Kunden "klar und deutlich" über deutliche Nutzungseinschränkungen zu informieren.

Konkret spielt der vzbv auf einige Einschränkungen im werbefinanzierten Free-TV an, die durch den neuen HD-Standard aufkommen. So lassen sich HD-Plus-Sendungen auch bei Nachrüstung vorhandener TV-Empfänger nicht aufzeichnen. Auch ist es nicht möglich, ein Programm zu sehen, während gleichzeitig ein anderes aufgenommen wird. In der Schweiz verabschieden sich nach Angaben des vzbv derzeit zahlreiche Kabelnetzbetreiber von der Grundverschlüsselung werbefinanzierter Digitalprogramme. In Deutschland hält die Branche daran aber weiterhin fest. Die Pro7-Sat1-Gruppe und RTL verlangen zudem einen zertifizierten Receiver, durch den Haushalte, die bereits einen HD-tauglichen Empfänger ohne Zertifikat besitzen, ausgeschlossen werden. Eine kostspielige Nachrüstung stellt die einzige Möglichkeit dar, die HD-Inhalte der Privatsender sehen zu können.

Die Macht beim Sender

Außerdem sieht der vzbv die Möglichkeit kritisch, dass Sendeanstalten das Aufzeichnen einzelner Programme per Datenbefehl verbieten können. Wird eine Aufzeichnung geduldet, besteht für die Sender immerhin die Möglichkeit, die Nutzungsdauer des Mitschnitts einzuschränken oder das Abspielen auf ein einziges Gerät zu begrenzen. Möglicherweise gehört das Vorspulen von Werbeblöcken bei HD-Programmen auch bald der Vergangenheit an: eine entsprechende Restriktion ermöglicht es Sendern, genau dies zu unterbinden. "Free-TV muss frei empfangbar bleiben", so das Appell des vzbv.
Michael Müller
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    Zuletzt kommentiert von merkur am 07.09.2010 um 02:14 Uhr
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