Schäden von mehr als 10 Milliarden Euro entstehen der deutschen Wirtschaft jedes Jahr durch IT-Kriminalität. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie mit 500 Unternehmen. Bundesweit sei demnach jedes vierte Unternehmen in den zurückliegenden drei Jahren ein Opfer computerbasierter Straftaten geworden, teilte die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG am Mittwoch mit.
Zunehmende Investitionen in IT-Sicherheit
Neun von zehn Unternehmen beklagten, die Angriffe aus dem Netz würden immer komplexer und die Spur könne immer seltener zum Täter zurückverfolgt werden. In fast jedem zweiten festgestellten Fall vermuteten die Firmen jedoch einen Mitarbeiter oder Ex-Mitarbeiter als Täter. Außerdem habe die Gefahr, dass aus ehemaligen Mitarbeitern Täter werden, mit der Finanz- und Wirtschaftskrise zugenommen. Die Firmen investierten daher trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten mehr Geld in den Schutz ihrer Daten. Im Durchschnitt stockten die befragten Firmen ihre Stellen in der IT-Sicherheit in den vergangenen zwei Jahren um 50 Prozent auf.
Mit der zunehmenden Vernetzung von Unternehmen, der Auslagerung von Unternehmenssparten und den immer leistungsfähigeren mobilen Datenträgern hätten auch die Risiken zugenommen, sagte KPMG-Partner Alexander Geschonneck. "Vor allem dort, wo es viel zu holen gibt, treten die häufigsten Delikte auf", schilderte er. Wertvolle Konstruktionsunterlagen könnten mit dem Handy abfotografiert oder Daten bequem auf einem USB-Stick in der Westentasche transportiert werden.
Häufigstes Delikt sei der Diebstahl von Kunden- oder Arbeitnehmerdaten. Nur in der Hälfte der Fälle gelinge es, die Täter zu ermitteln - unabhängig von der Betriebsgröße und Branche. Mitarbeiter würden daher heute fast überall für das Thema sensibilisiert. Aber nur knapp jedes zweite Unternehmen überprüft laut KPMG auch regelmäßig, ob Verhaltensregeln tatsächlich eingehalten werden.