"Die Vorstellungskraft des Nutzers ist ein extrem mächtiges Werkzeug", sagt Baudisch. "Mit Imaginären Interfaces erweitern wir die Leistungsfähigkeit mobiler Geräte, indem wir das menschliche Gehirn mit einsetzen." Die Auflösung ist dabei relativ grob, die Punkte im Raum werden mit einer Genauigkeit von etwa vier Zentimetern richtig getroffen. "Aber je näher ich an die Fingerspitze meiner anderen Hand gehe, desto präziser wird es."
Das sagt die Industrie dazu
Nicht alles, was die Wissenschaftler ersinnen, wird irgendwann einmal Wirklichkeit. Was halten die Praktiker in der Industrie von den Anstößen aus der Forschung?
"Das hört sich sehr toll an, ich würde das aber als visionär einstufen", sagt Martin Unger zur Touchscreen-Bedienung auf der Rückseite. Der Geschäftsführer der Infotronik Touchscreen Systeme GmbH in Pitten in Niederösterreich kann sich aber vorstellen, dass Software und Kameratechnik die Entwicklung der Interaktion von Mensch und Maschine in den nächsten Jahren durchaus verändern werden.
Mit der Einstufung als "visionär" kann Baudisch gut leben. Er möchte immer zehn Jahre weiter blicken und sieht dort eine Welt mit kleinen mobilen Alleskönnern. "In wenigen Jahren", sagt der Potsdamer Professor voraus, "wird der PC wieder zu dem degradiert, was er einmal war, eine glorifizierte Schreibmaschine."