Das Internet wird immer mehr zum Hypermedium. Ob Online-Zeitung, Webradio oder IPTV – weltweite Datennetz bietet heute alles, was vor 15 Jahren noch in jeweils eigenen Bahnen um den Nutzer kreiste. Insbesondere die jüngere Generation weiß die Vorteile des Allround-Mediums zu schätzen, ist sie doch von Kindesbeinen an mit unaufgeregter Selbstverständlichkeit im Internet unterwegs. Neueste Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen diese Entwicklung erneut eindeutig. Demnach griffen im ersten Quartal des Vorjahres bereits 45 Prozent aller 16 bis 24-Jährigen auf Radio- und TV-Angebote im Web zurück – im Vergleich zu 2008 eine Steigerung um vier Prozent.
Junge Frauen und Ältere holen auf
Vorreiter des Online-Trends sind weiterhin die männlichen Internetnutzer. Während hier zum Untersuchungszeitpunkt eine knappe Mehrheit von 51 Prozent webbasierte Radio- und TV-Dienste in Anspruch nahm, waren weibliche Jugendliche Anfang 2009 lediglich mit 39 Prozent vertreten. Allerdings haben sie längst zur Aufholjagd angesetzt und steigerten ihren Nutzungsanteil zu 2008 mit sechs Prozent doppelt so schnell, wie ihre männlichen Pendants mit nur drei Prozent. Und auch eine zweite als internetfern geltende Bevölkerungsgruppe entdeckt die Vorteile des Internets als Radio- und Fernsehplattform. Unter den über 65-Jährigen nutzten in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres bereits 17 Prozent solche Angebote. Zwölf Monate zuvor waren es noch 13 Prozent.
In ihrer Intensität zugenommen bei Alt und Jung hat auch die normale Internetnutzung. Mit 57 Prozent war 2009 eine deutlich Mehrheit der Älteren täglich oder fast täglich online. 2008 lag ihre Zahl bei 51 Prozent. Bei den bis 24-Jährigen sind Offliner mittlerweile echte Exoten – 82 Prozent bescheinigten den Statistikern 2009 ihre tägliche beziehungsweise fast tägliche Online-Affinität. Ein Jahr zuvor surften nur 77 Prozent ähnlich häufig im Netz.
Christian Wolf