Nicht nur für Ökoverbände steht längst fest: Wir leben in einer "Wegwerfgesellschaft". Was aber im Normalfall durch erhöhtes Abfallaufkommen für heftige Reaktionen bei Naturschützern und Gegenwartskritikern sorgt, trägt in der digitalen Welt das Etikett "umweltschonend". Denn kaum ein Mittel hilft besser gegen den Unrat aus Bits und Bytes, als die "Wegwerf-E-Mail-Adresse". Spam, der sonst millionenfach Postfächer und Filtersysteme verstopft, wird einfach in die Irre geleitet und landet dort, wo er hingehört: auf der Müllhalde des Internets. Wir haben 15 Dienste unter die Lupe genommen und zeigen Vor- und Nachteile.
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Schnell, unverbindlich, sofort verfügbar
Auf den ersten Blick sind alle Angebote gleich. Ohne Registrierung oder Anmeldung stellen sie in wenigen Sekunden eine beliebige, temporäre E-Mail-Adresse zur Verfügung, die sich sofort anstatt der "echten" Web-Anschrift verwenden lässt. Wer etwa häufig an Gewinnspielen im Internet teilnimmt, auf Gratis-Downloads spekuliert, denen oft eine Registrierung mit Mail-Adresse vorgeschaltet ist oder einfach ab und zu ein unverbindliches elektronisches Postfach benötigt, erhält so den effektivsten Schutz vor ungebetenen Nachrichten, den es gibt.
Denn besser als Spam, der gefiltert wird, ist Spam, der nicht verschickt werden kann. Allerdings endet damit auch der Sinn und Zweck einer Wegwerf-Adresse. Mehr sollte nicht erwartet werden. Selbst E-Mail-Anhänge lassen sich über die meisten Angebote nicht empfangen.

Für wichtige Korrespondenz ungeeignet
Nicht zu empfehlen sind die Adressen für Korrespondenz, die zuverlässig und sicher übermittelt werden soll oder gar persönliche Daten enthält. Denn bei den meisten Diensten gilt: Auch wenn ein Postfach gerade verwendet wird, können weitere Nutzer im gleichen Moment darauf zugreifen, Inhalte nach Belieben lesen oder löschen. Diese Gefahr lässt sich zwar vermindern, indem vor dem @ ein besonders ausgefallener Name genutzt wird. Sie bleibt jedoch ein prinzipielles Risiko. Auf dem typischen Einsatzgebiet der Wegwerf-E-Mail-Adresse ist "heimliches" Mitlesen allerdings kein Problem – das allgemeine Interesse an Viagra-Fälschungen und Hypnose-Newslettern dürfte sich in Grenzen halten. Zudem löschen die meisten Anbieter eingegangene E-Mails in regelmäßigen Abständen automatisch.
Als weitaus größeres Manko erweist sich, dass zahlreiche Wegwerf-Email-Adressen gerade dort oftmals nur noch sehr begrenzt einsetzbar sind, wo sie am meisten gebraucht werden. Grund: Die von den Anbietern verwendeten Domains werden bei Registrierungsverfahren mit E-Mail-Abfrage oftmals schlichtweg nicht akzeptiert. Hier gilt es im Zweifel, verschiedene Dummy-Anbieter auszuprobieren. Durch die Fülle der Dienste findet sich nahezu in jedem Fall eine funktionierende Alternative. Lässt sich hingegen kein passender Ersatz ermitteln, kann ebenfalls ein reguläres E-Mail-Konto als Spam-Falle eingerichtet werden.


