Auf der Suche nach neuen Abonnenten will der tief in den Miesen steckende Bezahlsender Sky seine Kooperation mit Kabelanbietern ausbauen. Derzeit führe er intensive Gespräche mit den beiden größten deutschen Kabelfirmen, Kabel Deutschland (KDG) und Unitymedia, sagte Sky-Chef Brian Sullivan dem "Handelsblatt". "Wir sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen in den nächsten Monaten positiv abgeschlossen werden." Nach Sullivans Worten sind auch weitere Vertriebsallianzen angedacht.
Auf der Suche nach neuen Kunden
Sky Deutschland hatte schon im Mai angekündigt, über die Zusammenarbeit mit den Kabelanbietern neue Kunden werben zu wollen. In einem ersten Schritt hatte der Abo-Sender eine Kooperation mit der Kölner NetCologne gestartet, später kam unter anderem auch eine Kooperation mit Kabel Baden-Württemberg dazu. Dabei können Kunden ein Sky-Abo zu einem sogenannten Triple-Play-Angebot, einem Paket aus Fernsehen und Radio, schnellem Internet und Telefon über das Fernsehkabel dazu buchen.
Ein weiterer Partner soll dem Vernehmen nach Microsoft werden. Der Softwarehersteller will sein Filmangebot für das eigene Medien-Netzwerk Xbox-Live in Deutschland deutlich ausbauen und setzt dabei auf den Pay-TV-Sender. Das "Handelsblatt" schreibt, die Kooperation sei zum Greifen nah. In den USA ist eine ähnliche Kooperation mit ESPN ausgehandelt worden, in Großbritannien mit der Sky-Deutschland-Schwester BSkyB. Aus technischer Sicht sei bereits "alles klar" berichten Insider.
Der defizitäre Bezahlsender braucht dringend neue Kunden, um auf Sicht in die schwarzen Zahlen zu kommen. Vor wenigen Wochen hatte Sky Deutschland die Anleger mit der mittlerweile siebten Kapitalerhöhung schockiert und das ursprüngliche Ziel, 2011 zumindest operativ ohne Verluste auszukommen, aufgegeben. Der Aktienkurs stürzte in den folgenden Tagen auf nur noch 90 Cent ab und notiert inzwischen bei etwa 1 Euro.
Bislang kommt der Sender über knapp 2,5 Millionen Abonnenten nicht hinaus, bräuchte aber früheren Angaben zufolge zwischen 2,8 und 3 Millionen Kunden, um die Gewinnzone zu erreichen. Im ersten Halbjahr waren unter dem Strich allerdings gerade einmal 7.000 Kunden dazugekommen.