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Mittwoch, 25.08.2010 14:16

"Netzneutralität": Das sagen die deutschen Provider

aus den Bereichen Breitband, Sonstiges
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Kabel BW: "Es gibt derzeit keinen Anlass, Netzneutralität infrage zu stellen"

Kabel BW

Der süddeutsche Kabelanbieter Kabel BW sieht sich in der laufenden Debatte eher in einer Beobachterposition, bekennt sich aber uneingeschränkt zur Netzneutralität. "Derzeit gibt es für Kabel BW keinen Anlass, das Prinzip der Netzneutralität infrage zu stellen. Eine Bevorzugung, Benachteiligung oder gar Zensur von Internetinhalten findet nicht statt", sagte Pressesprecher Maurice Böhler gegenüber onlinekosten.de. Da Kabel BW in den vergangenen Jahren rund eine halbe Milliarde Euro in den Netzausbau investiert habe, sei die eigene Infrastruktur leistungsfähig genug, um sämtliche Dienste ohne Engpässe abzubilden.

Das Unternehmen setze hierbei auf "bewährte Protokolle und Technologien", um internettypische Qualitäts- und Geschwindigkeitsschwankungen für Kernanwendungen wie TV, Video-on-Demand und Telefon auszuschließen. Sollte es allerdings aufgrund begrenzter Netzressourcen notwendig sein, ein effektives Management von Netzverkehrsströmen einzuführen, dürfe dies auch künftig nicht zu einer Sperrung oder Zensur von legalen Anwendungen, Diensten und Daten führen, betonte Böhler. "Anders als bei den DSL- und Mobilfunkbetreibern stellt sich diese Frage für Kabel BW aufgrund der hohen Kapazitätsreserven derzeit jedoch nicht."

Kabel Deutschland: "Hochwertigere Zusatzangebote sind kein Widerspruch zur Netzneutralität"

Kabel Deutschland

Kabel Deutschland positioniert sich hingegen ähnlich wie die Deutsche Telekom. Das Unternehmen messe dem "kontrovers und oftmals missverständlich diskutierten Thema" einen hohen Stellenwert bei, sagte Kabel-Deutschland-Sprecher Marco Gassen. Netzneutralität als Grundprinzip, insbesondere der unbeschränkte Zugang zu allen Diensten und Angeboten im Internet, sei selbstverständlich; eine Sperrung oder Zensur von legalen Inhalten oder Angeboten gebe es nicht. Klar davon zu unterscheiden sei aber die derzeit zunehmende Notwendigkeit eines effektiven Managements von Netzverkehrsströmen bei grundsätzlich immer begrenzten Netzressourcen. "Hier halten wir zukünftig Maßnahmen für erforderlich, die gerade im Interesse unserer Kunden nach Möglichkeit die jederzeitige Nutzbarkeit vor allem von wichtigen und beliebten Diensten wie etwa E-Mail, Internet-Webseiten oder multimediale Angebote sicherstellen. Darüber hinaus sehen wir zum Beispiel bei möglichen zukünftigen Endkundenangeboten, bei denen Kunden bereit sind für eine besondere Qualität des Dienstes - sogenannte "Quality of Service" - einen höheren Preis zu zahlen, keinen Widerspruch zum Grundprinzip der Netzneutralität", betonte Gassen.

Ein Beispiel für einen solchen mit Priorisierung eingerichteten Dienst sei das aktuelle VoIP-basierte Telefonieangebot, für das der Kunde im Gegensatz zur sogenannten Internet-Telefonie ein besonderes Entgelt entrichte. Mit Blick auf die durch den Google-Vorstoß ins Rollen gebrachte Debatte zum Verhältnis von Netzbetreibern und Inhalteanbietern gebe es vonseiten Kabel Deutschlands derzeit aber keine Planungen oder konkreten Forderungen. "Wir befürworten allerdings eine offene Diskussion über zukünftig stärker nutzungsorientierte Finanzierungsmodelle des auch weiterhin mit sehr hohen Investitionen verbundenen Breitbandausbaus. Eine Differenzierung oder Diskriminierung nach einzelnen Netztechnologien wie etwa Mobil- und Festnetz halten wir jedoch für nicht für zielführend", sagte Gassen abschließend.

Unitymedia: "Wir verfolgen die Diskussion mit großem Interesse"

Unitymedia

Analog zu Kabel Deutschland beklagt Unitymedia Missverständnisse im Umgang mit der Thematik und plädiert für eine Differenzierung der Diskussion. Grundsätzlich sei das Prinzip der Netzneutralität ebenso selbstverständlich, wie ein offener Zugang zu allen Diensten sowie Angeboten im Internet. "Die Sperrung oder gar Zensur von legalen Inhalten oder Angeboten ist für Unitymedia kein Thema", sagte Pressesprecher Johannes Fuxjäger. Separat betrachtet werden müsse allerdings die Debatte um ein effektives Management von Netzverkehrsströmen bei grundsätzlich immer begrenzten Netzressourcen. Zudem verfolge Unitymedia die Diskussion zu nutzungsorientierten Finanzierungsmodellen "mit großem Interesse". Hier bestehe zwar derzeit durch hohe Kapazitätsreserven kein Handlungsbedarf, jedoch seien auch weiterhin sehr hohe Investitionen im Rahmen des Breitbandausbaus notwendig, bekräftigte Fuxjäger.

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    Zuletzt kommentiert von Boston am 29.08.2010 um 17:38 Uhr
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