Das iPhone 4 ist trotz der Antennenprobleme nicht nur für Hersteller Apple ein echter Goldesel; auch die Deutsche Telekom kann sich hierzulande als Exklusivvermarkter offenbar vor Kundenaufträgen kaum retten. "Wir könnten noch viel mehr iPhones verkaufen, wenn Apple mehr liefern könnte", freut sich Telekom-Deutschland-Chef Niek Jan van Damme. Im Interview mit sz-online, dem Online-Portal der Sächsischen Zeitung, sprach der 48-jährige Holländer außerdem über die Perspektiven des Festnetzes, den Breitbandausbau und warum die Telekom nicht zu teuer ist.
Mobiles Internet ist Wachstumstreiber
"Es geht wieder aufwärts" – so oder so ähnlich könnte die Überschrift der Bilanz heißen, die van Damme während des Gesprächs zum laufenden Geschäftsjahr seines Unternehmens zieht. Trotz erneuter Rückgänge bei Umsatz, Festnetz- und Mobilfunkkunden sieht sich der Bonner Konzern wieder in stabilem Fahrwasser. "Dieses Jahr haben wir uns im Inland sehr gut gehalten, wir haben erstmals seit vielen Jahren den Deutschland-Umsatz stabilisieren können. Dieses Jahr merken wir wenig von der Krise", sagte der Spitzenmanager.
Auch die Marktanteile entwickelten sich zufriedenstellend. So seien 46 Prozent aller Breitbandkunden bei der Telekom unter Vertrag. Im Mobilfunkbereich liege der Marktanteil nach Umsatz bei 37 Prozent. Als Wachstumstreiber fungiere in erster Linie mobiles Internet in Kombination mit der verstärkten Nutzung von Smartphones und Notebooks.
Telekom-Deutschland-Chef van Damme: "Wir könnten noch mehr iPhones verkaufen." Bild: Telekom
iPhone 4: Bis zu drei Monate Wartezeit
Insbesondere das iPhone habe die Erwartungen "übererfüllt" und sei sehr erfolgreich, so van Damme. "Wir verkaufen täglich mehrere Tausend iPhone 4. Wenn wir so viele Geräte von Apple bekommen würden, wie wir brauchen, dann könnten wir noch mehr verkaufen", sagte er. Durch Apples Lieferengpässe sei dies aber unmöglich. Die durchschnittliche Wartezeit für das iPhone 4 betrage derzeit zwischen zwei und drei Monaten. Besserung sei vorerst nicht in Sicht.
Vielen Interessenten gilt dabei der Exklusivvertrieb über einen einzigen Anbieter als Teil des Problems. Zu den seit Monaten anhaltenden Gerüchten über ein Ende der Telekom-Bindung zum Jahresende äußerste sich van Damme allerdings nur ausweichend. Die Zusammenarbeit sei langfristig angelegt und sehr erfolgreich. Jedoch räumte er ein, dass es "auch in einer funktionierenden Partnerschaft" zu Veränderungen kommen könne. "Apple hat in vielen Ländern sein Vertriebsmodell umgestellt. Was das für den deutschen Markt bedeutet, werden wir sehen. Wir sind da intensiv mit Apple im Gespräch."
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