Noch hat die neue Saison in der Fußball Bundesliga nicht begonnen. Dennoch wird bereits heute intensiv über ihre Zukunft diskutiert. Vor allem die finanzielle Entwicklung steht durch die finanziellen Schwierigkeiten des offiziellen TV-Partners Sky im Fokus verbaler Auseinandersetzungen. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hatte Sky bereits öffentlich dafür kritisiert, die Bundesliga nur mit Zwangsabos anzubieten. Noch einen Schritt weiter ging der Marketing-Geschäftsführer des VfL Wolfsburg. Thomas Röttgermann sprach sich deutlich für einen eigenen TV-Sender aus, der von den Liga-Vereinen auf die Beine gestellt wird. Nun haben sich auch die Klub-Chefs von VfL Wolfsburg, Borussia Dortmund und Werder Bremen zu Wort gemeldet.
Sky braucht Unterstützung
Dieter Hoeneß, Vorsitzender der Geschäftsführung vom VfL Wolfsburg, zeigt sich zumindest nach außen gelassen. Er glaubt weiter an die Zukunft von Sky. Auch aufgrund des finanzstarken Medienmoguls Rupert Murdoch, der Sky immer wieder mit frischem Kapital aushilft. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagte Hoeneß: "Die Tatsache, dass Murdoch über eine Kapitalerhöhung weiterhin in Sky investiert, zeigt doch, dass er an das Produkt glaubt."
Dennoch müsse in Deutschland ein ausgewogene(re)s Maß zwischen Free- und Pay-TV erreicht werden. Nirgendwo könne mehr Fußball im frei empfangbaren Fußball empfangen werden, als hierzulande. "In Deutschland glaubt man, dass Fußball zur Grundversorgung im Fernsehen gehört. Da müssen wir uns auf Dauer umstellen." Hoeneß hob in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Konferenzschaltung hervor, die Sky ab der kommenden Bundesliga-Saison auch in HD-Qualität zeigen wird. Sie sei "ein fantastisches Format" und ein erstklassiges Produkt.
Klaus Allofs, Vorsitzender der Geschäftsführung von Werder Bremen, will ebenso wie Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, vor allem darauf setzen, Sky zu helfen. Allofs sagte der dpa: "Sky liefert ein gutes Produkt, das mehr unterstützt werden muss. Die derzeitige Situation bietet keinen Anlass für Panik."
Watzke: Kritik an Partnern gehört sich nicht
Ganz ähnlich sieht es Watzke, der gegenüber dem Deutschen Anleger Fernsehen sagte, er halte nichts von einer öffentlichen Diskussion über die Zukunft von Sky. Der Sender brauche vor allem Unterstützung. "Wir müssen alle zusammen helfen, damit Sky Geld verdient", so der BVB-Boss. Es sei absolut unüblich, dass einzelne Vereine der Liga in der Öffentlichkeit Kritik übten. So etwas mache man unter Partnern nicht. Es sei vielmehr wichtig festzustellen, dass Sky mit Hilfe von Murdoch "finanziell auf einem guten Weg" sei.