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Mittwoch, 11.08.2010 11:16

BBC: Spionage-App zeigt Smartphone-Schwächen

aus dem Bereich Mobilfunk

In einem einmaligen Experiment hat die britische BBC in Zusammenarbeit mit Sicherheitsexperten eine manipulierte Java-App erstellt. Entworfen wurde die als Spiel getarnte Schadsoftware mit einem frei verfügbaren Software-Baukasten für App-Entwickler. Während der ahnungslose Testnutzer damit seine Zeit vertrieb, übermittelte das Programm im Hintergrund unbemerkt persönliche Daten. Ziel der Aktion ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die mangelnde Sicherheit heutiger Smartphones. Bislang wird die Problematik von Nutzern, Herstellern und Software-Entwicklern jedoch nur rudimentär behandelt – obwohl der erste SMS-Trojaner für Android bereits sein Unwesen treibt.

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Kein öffentliches Bewusstsein vorhanden

Wohin das schlimmstenfalls führen kann, zeigt die jüngere IT-Geschichte. Denn nicht einmal zehn Jahre ist es her, als das Netz in der Gesellschaft großflächig Fuß fasste. Kurz zuvor, im Jahr 1999, war ein eigener Internetanschluss noch die große Ausnahme. Laut Bundesnetzagentur lag die Zahl der Webnutzer mit Beginn des Jahres 2000 bei gerade einmal zwölf Millionen. Meist gelangten sie über eine teure Wählverbindung per Modem ins Netz zu Stundenpreisen von durchschnittlich 3 Deutsche Mark. Pro Surfer betrug die durchschnittliche Online-Zeit in Deutschland zehn Stunden – im Monat. Kurzum: Das Web entwuchs gerade seinen Kinderschuhen und erhielt durch die ersten ADSL-Anschlüsse zusätzlichen Auftrieb.

Das Thema Internetsicherheit spielte zu dieser Zeit noch kaum eine Rolle. Auch ein öffentliches Bewusstsein für die Gefahren der zunehmenden Vernetzung fehlte weitgehend. Wenige Monate später änderte sich das jedoch schlagartig: der I-love-you-Virus verbreitete sich in Windeseile über E-Mail-Nachrichten und sorgte weltweit für Milliardenschäden.

Spionage-App in wenigen Wochen mit Standard-Baukasten erstellt

Diese Entwicklung droht sich mit dem Smartphone zu wiederholen. Obwohl mobiles Internet seit Jahren auf dem Vormarsch ist und die zunehmende Vernetzung als essentieller Teil des Smartphone-Konzeptes gefeiert wird, bleibt der Schutz vor Schadsoftware durch Hersteller und App-Store-Betreiber bislang ein halbherziges Unterfangen. Die Mini-Computer stünden heute an dem Punkt, an dem der PC 1999 stand, warnt daher IT-Experte Chris Wysopal. Der Mitgründer der britischen Sicherheitsfirma Veracode begleitete das BBC-Experiment.

Es sollte demonstrieren, wie einfach Kriminelle eines der sonst so schlauen Handys unterwandern können - unabhängig von der verwendeten Plattform. Mithilfe eines Entwickler-Tools für Apps und einiger Codeschnipsel aus dem Internet gelang es nach BBC-Angaben einem ungeübten Redakteur innerhalb weniger Wochen, ein manipuliertes Spiel zu programmieren. Dessen einziger Zweck lag in der Datensammlung – 250 des insgesamt 1.500 Zeilen umfassenden Programmcodes dienten der Spionage.

Weiter auf Seite 2: Der erste SMS-Trojaner für Android ist da - Aufstieg der Malware-Apps.
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