Donnerstag, 05.08.2010 08:47

Telekom verliert 1,57 Millionen Mobilfunk-Kunden

aus den Bereichen Breitband, Mobilfunk

Mit einem Gewinn in Höhe von 475 Millionen Euro hat die Deutsche Telekom das zweite Quartal des laufenden Jahres abgeschlossen. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, der am Donnerstag am Konzernsitz in Bonn vorgestellt wurde. Während der Konzern finanziell weitestgehend auf Rosen gebettet ist, dürfte die Kundenentwicklung am Heimatmarkt in zwei von drei Privatkunden-Segmenten nicht für erfreute Mienen in der Chef-Etage sorgen. Der ehemalige Monopolist hat sowohl im klassischen Festnetz- als auch im Mobilfunk-Geschäft viele Kunden verloren. Gut, aber auch nicht berauschend, lief es nur im DSL-Bereich.

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Erneut über 300.000 Festnetz-Anschlüsse verloren

Die Zahl der Festnetz-Anschlüsse sank zwischen April und Juni um 315.000 auf 25,55 Millionen. Innerhalb der letzten zwölf Monate verlor die Telekom knapp 1,68 Millionen Festnetzkunden. Trotzdem sieht das Unternehmen Licht am Ende des Tunnels. Denn die Zahl der Anschlussverluste habe den niedrigsten Wert in einem Quartal seit Ende 2005 erreicht, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Dennoch: rund 300.000 Kunden weniger sind mit einem deutlich sinkenden Umsatz im Festnetz-Segment verbunden.

Aufgefangen wird dieser Verlust allerdings durch das weiter anhaltende Wachstum im Breitband-Bereich. Die Zahl der in Eigenregie betreuten DSL-Anschlüsse legte um 130.000 auf knapp 11,80 Millionen zu. Allerdings verlangsamt sich das Wachstum in diesem Segment, wie ein Vergleich auf zwei Werte zeigt. Im zweiten Quartal 2009 konnte die Telekom noch 246.000 DSL-Neukunden begrüßen, im ersten Quartal dieses Jahres waren es immerhin noch 188.000. Trotzdem habe der Neukundenmarktanteil im zweiten Quartal des laufenden Jahres bei 52 Prozent gelegen, so die Telekom. Die Zahl der Entertain-Kunden beträgt inzwischen 1,3 Millionen. Wie viele davon das Bundesliga-Produkt Liga Total nutzen, verrät die Telekom nicht.

TAL-Schaltungen gehen zurück

Deutlich abgeklungen sind auch die Schaltungen von Teilnehmeranschlussleitungen (TAL). Mit gerade einmal 51.000 neuen Anschlüssen auf der so genannten letzten Meile musste die Telekom knapp 100.000 Anschlüsse weniger an die Konkurrenz abtreten als noch im ersten Quartal. Insgesamt waren zum Stichtag Ende Juni 9,29 Millionen TAL geschaltet. Hinzu kommen 1,35 Millionen (-169.000) klassische und 723.000 (+62.000) entbündelte Resale-Anschlüsse.

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Deutlich weniger Mobilfunk-Kunden in Deutschland

Einen herben Rückschlag musste die Telekom bei der Entwicklung der Mobilfunk-Kunden einstecken. Weil seit dem 1. April automatisch alle Prepaid-Karten gekündigt werden, wenn sie zwei Jahre nicht aufgeladen und drei Monate nicht aktiv genutzt wurden, rutschte die Kundenzahl im Mobilfunk-Segment um satte 1,57 Millionen auf knapp 36,98 Millionen ab. Davon sind rund 17 Millionen Vertrags-Kunden. Wie viele davon einen iPhone-Tarif nutzen, geht aus dem Telekom-Geschäftsbericht nicht hervor. Darin heißt es nur, dass das iPhone "einen erheblichen Anteil am Zuwachs des Vertragskundenbestands" habe.

Auch international musste die Telekom fast durch die Bank Kundenverluste verkraften. In Griechenland weist die Telekom für das zweite Quartal 125.000 weniger Festnetz- und 305.000 weniger Mobilfunk-Kunden aus. In Polen kündigten 86.000 Mobilfunk-Kunden, in Rumänien musste ein Verlust von 55.000 Festnetz- und 68.000 Mobilfunk-Anschlüssen verzeichnet werden. Dafür bestellten 32.000 Rumänen einen neuen Breitband-Anschluss, in Tschechien kamen 16.000 Mobilfunkkunden dazu, in der Slowakei 13.000 neue Mobilfunk- und 10.000 Breitband-Anschlüsse. Die Zahl der Mobilfunk-Kunden in den USA ging um 93.000 auf 33,62 Millionen zurück. Das lag allerdings vor allem an einem Verlust von Prepaid-Nutzern. Die Zahl der werthaltigen Vertragskunden legte hingegen um 106.000 zu.

Hayo Lücke
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