Déjà-vu-Erlebnis für die PC-Hersteller: Wie bei Einführung der Netbooks vor zwei Jahren sorgt eine neue Kategorie digitaler Geräte für Furore. Damals war Asus mit seinem Eee-PC der Vorreiter. Jetzt hält das iPad von Apple die Branche in Atem.
iPad-Konkurrenten lassen auf sich warten
Nach dem Verkauf von mehr als drei Millionen iPads wollen fast alle PC-Hersteller auf den anfahrenden Zug aufspringen. "Der Tablet-Computer dürfte der nächste Trend sein", heißt es beim PC-Marktführer Hewlett-Packard. Auch andere Hersteller basteln zurzeit emsig an ihren Konzepten. Bis zur Markteinführung der Geräte dauert es allerdings noch. Das liegt vor allem an der Software.
Der Erfolg des Tablet-Computers hänge "entscheidend davon ab, ob es für den Endverbraucher gut nutzbare Applikationen gibt", erklärte HP-Sprecherin Eleonore Körner. Hewlett-Packard startet zweigleisig in die neue Gerätekategorie - den Tablet-PC "HP Slate" soll es sowohl mit Windows 7 als auch mit dem Betriebssystem webOS von Palm geben. Hewlett-Packard hatte den Smartphone-Pionier im April für 1,2 Milliarden Dollar übernommen, nachdem das 2009 mit dem Betriebssystem webOS eingeführte Smartphone Palm Pre trotz guter Kritiken die Verkaufserwartungen nicht erfüllen konnte.
Hewlett-Packard will verschiedene Zielgruppen ansprechen
Warum zwei verschiedene Betriebssysteme für ein Gerät? Hewlett- Packard will so unterschiedliche Zielgruppen für seinen Slate ansprechen. "Wenn der Tablet-PC auch im Unternehmen erfolgreich sein soll, muss er mit seinem Betriebssystem einfach in die existierende IT-Landschaft einzubinden sein", erklärt Körner - und diese ist eben meist auf Windows ausgerichtet. Für kommerzielle Anwender soll es daher voraussichtlich im Herbst einen Slate mit Windows 7 geben. Für einen Slate mit webOS, der sich dann eher an Privatanwender richtet, gibt es noch keine genaue Zeitplanung.