Mobilfunkverträge ohne monatliche Grundgebühr anbieten? Lange war das in Deutschland undenkbar. Dass es doch möglich ist, beweist o2 mit seinem innovativen Tarif o2 o, der je nach Vertriebsweg ab einem bestimmten monatlichen Betrag für Standard-Gespräche und -SMS innerhalb Deutschlands gedeckelt ist. Ein Konzept, das offenbar auch bei vielen Kunden gut ankommt. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres konnte o2 Germany 407.400 neue Mobilfunk-Kunden gewinnen. Deutlich mehr als Vodafone und E-Plus. Die Zahlen der Telekom werden erst am 5. August bekannt gegeben.
Viele neue Prepaid-Kunden
Allerdings entschieden sich wie bei der Konkurrenz auch bei o2 viele Kunden für ein Prepaid-Angebot. Wie viele davon auf die entsprechende Version des Tarifs o2 o entfallen, weist der am Donnerstag vorgelegte Quartalsbericht nicht aus. Wohl aber, dass von den zwischen April und Juni insgesamt 407.400 neu hinzu gewonnen Kunden, 326.100 einen Prepaid-Tarif buchten. Die Gesamtzahl der im o2-Netz registrierten SIM-Karten kletterte zum Stichtag Ende Juni auf 16,27 Millionen.
Steigern konnte o2 auch die Zahl der angeschlossenen DSL-Kunden. Im zweiten Quartal kamen 88.000 neue Breitband-Kunden hinzu, sodass die Gesamtzahl inzwischen bei 2,41 Millionen liegt. Davon entfällt die Mehrzahl auf die übernommene DSL-Marke Alice: 2,09 Millionen. O2 selbst kann auf 320.000 DSL-Kunden blicken. Langfristig ist geplant, das Breitband-Geschäft einheitlich und dem Markennamen o2 laufen zu lassen. Für Alice ist kein Platz mehr. Die Zahl der Wholesale-Kunden liegt inzwischen bei 1,07 Millionen und damit auf Niveau des Vorquartals, 58.200 Kunden nutzen über ihren DSL-Anschluss ein Pay-TV-Abo auf Basis eines IPTV-Signals.
Quartal gekennzeichnet durch hohe Investitionen
Auch finanziell lief es für o2 zwischen April und Juni ziemlich rund. Inklusive des übernommenen Geschäfts von Hansenet konnten knapp 1,20 Milliarden Euro umgesetzt werden. Vor einem Jahr waren es 896 Millionen Euro. Davon steuerte das Mobilfunk-Geschäft im laufenden Jahr 726 Millionen Euro bei. Das operative Ergebnis erreichte einen Wert von 291 Millionen Euro - nach 230 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zu beachten ist aber auch, dass o2 im zweiten Quartal insgesamt 1,55 Milliarden Euro investieren musste. Allein 1,38 Milliarden Euro für neue Mobilfunkfrequenzen, die für den Aufbau eines schnellen LTE-Netzes genutzt werden sollen.
Der durchschnittliche Umsatz pro Mobilfunkkunde konnte stabil bei 14,80 Euro gehalten werden. Allerdings: während der durchschnittliche monatliche Umsatz (ARPU) pro Prepaidkunde leicht auf 6 Euro verbessert wurde, sank er bei Vertragskunden auf 23,90 Euro. Die Zahl der vertelefonierten Mobilfunk-Minuten kletterte auf einen neuen Top-Wert von knapp 6,30 Milliarden. Der Daten-ARPU inklusive SMS liegt bei o2-Kunden aktuell bei 4,70 Euro.
"Das gute Ergebnis zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg zu einem führenden integrierten Telekommunikationsanbieter in Deutschland sind. Wir gewinnen Marktanteile von unseren Wettbewerbern dazu", sagt René Schuster, Chef von Telefónica o2 Germany. "Demnächst werden wir unseren Kunden das erste Kombi-Angebot aus Alice DSL und o2 Mobilfunk anbieten."