Mitten im boomenden Computermarkt muss der Grafikkarten-Spezialist Nvidia einen empfindlichen Dämpfer einstecken. Am Mittwoch senkte Nvidia seine Prognose für das laufende zweite Geschäftsquartal. Die Aktie brach nachbörslich um 7 Prozent ein.
Schwaches Geschäft in Europa und China
Statt eines noch im Mai erwarteten Umsatzes von bis zu 970 Millionen Dollar traut sich Nvidia nun nur noch maximal 820 Millionen Dollar zu (630 Millionen Euro). Als Grund führte der Konzern ein schleppend laufendes Geschäft in Europa und China an und hohe Kosten für Speicherbausteine an. Die Kunden griffen vermehrt zu billigen Grafikkarten oder Computern mit integrierter Grafik. Für das zweite Geschäftsquartal rechnete Nvidia aber schon im Mai aus saisonalen Gründen mit einem Umsatzrückgang von 3 bis 5 Prozent.
Bis dato hatte es so ausgesehen, als ob der Aufschwung in der Computerbranche auch den Grafikkartenspezialisten zu neuen Höhen führt. Nach roten Zahlen im Krisenjahr 2009 schrieb Nvidia zuletzt wieder Gewinne und wollte den guten Lauf fortsetzen. Das Unternehmen präsentiert seine Zwischenbilanz am 12. August. Nvidia konkurriert bei seinen Grafikchips unter anderem mit dem weltgrößten Chiphersteller Intel. Hauptrivale ist aber AMD, der Prozessorhersteller hatte 2006 den Grafikspezialisten ATI geschluckt.
Jörg Schamberg
/ dpa