Anzeige:

Montag, 26.07.2010 15:44

Wikileaks: Enthüllungsnetzwerk im Fokus

aus dem Bereich Sonstiges

Dem "Spiegel" ebenso wie der amerikanischen "New York Times" und dem britischen "Guardian" lag seit Juni ein elektronisches Kriegstagebuch der US-Militärs aus den Jahren 2004 bis 2009 vor. Es umfasst insgesamt 91.731 Dokumente über den Afghanistan-Krieg, die von Soldaten vor Ort verfasst und vom Militär als geheim eingestuft wurden. Das Enthüllungsnetzwerk Wikileaks hatte das, von den drei Verlagen als authentisch eingestufter Material zur Verfügung gestellt und die gesammelten Dokumente nun ins Netz gestellt.

Anzeige

Brisante Dokumente öffentlich machen

"Spiegel"-Chefredakteur Georg Mascolo sieht in der Veröffentlichung der Afghanistan-Protokolle auf der Basis von Quellen des Internetportals Wikileaks einen Sonderfall. "Das wird nicht die Regel werden, was natürlich nicht heißt, dass es keine weiteren Fälle dieser Art geben kann", sagte Mascolo der Nachrichtenagentur dpa am Montag in Hamburg. "Der Eindruck, dass das Material authentisch ist, ist schnell entstanden, als unsere Fachleute in Redaktion und Dokumentation mit dem Material gearbeitet haben", berichtete Mascolo.

Die Betreiber von Wikileaks machen brisante und heikle Dokumente aus anonymen Quellen öffentlich zugänglich. Dass der Name an Wikipedia erinnert, ist gewollt: Wie bei dem großen Mitmach-Lexikon kann jeder etwas veröffentlichen. Bei Wikileaks geht es speziell um geheime Dokumente, das englische Wort "leak" bedeutet "undichte Stelle".

Die Idee dahinter: Kritische Journalisten und Blogger sollen die geheimen Informationen aufgreifen und die Öffentlichkeit informieren. Die Informanten werden auch als "Whistleblower" (Hinweisgeber) bezeichnet. Die Macher von Wikileaks bezeichnen ihre Plattform als unzensierbar - eine komplexe technische Infrastruktur soll gewährleisten, dass die Dokumente nach Veröffentlichung nicht mehr zu löschen sind. Das Material gelangt auf unterschiedlichen Wegen zu den Mitarbeitern, am häufigsten über die Website Wikileaks.org.

Undichte Stelle im Internet

Zunächst nannte Wikileaks als primäres Ziel, "von Unterdrückung geprägte Regime" zu unterwandern. Schlagzeilen machen allerdings vor allem Veröffentlichungen aus der westlichen Welt. Zuletzt im April: Die Plattform veröffentlichte ein Video, in dem zu sehen war, wie US-Soldaten von einem Helikopter aus wehrlose Menschen auf dem Boden erschossen.

Auch brisante Dokumente aus Deutschland stehen online - seit November 2009 etwa der einst unter Verschluss gehaltene Mautvertrag zwischen der Bundesregierung und dem Betreiberkonsortium Toll Collect. Über Jahre hatten Journalisten und Bundestagsabgeordnete vergeblich versucht, Einsicht in den Vertrag zu bekommen.

Im Visier der Geheimdienste

Mit ihrer Arbeit machen sich die Wikileaks-Aktivisten bei Regierungsbehörden und Streitkräften keine Freunde. Sie selbst und auch Experten gehen davon aus, dass die Organisation im Visier der Geheimdienste steht. Die meisten Mitarbeiter treten daher nur mit Pseudonym in die Öffentlichkeit.

Die Betreiber treten zwar für Transparenz ein, über sich selbst geben sie indes kaum etwas preis. Hinter dem Projekt steckt eine Non-Profit-Organisation namens The Sunshine Press - über die allerdings auch nicht viel bekannt ist. Die Organisation selbst erklärt, sie sei unter anderem von Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Anwälten ins Leben gerufen worden. Als führender Kopf von Wikileaks gilt der Aktivist Julian Assange.

Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

  News
Montag, 01.09.2014
Tele Columbus erhöht Surf-Speed auf 150 Mbit/s
Erster Desktop-Prozessor von Intel mit acht Kernen und 16 Threads
Neue Betrugsmasche: Telefonbetrüger rufen unter Nummer der Staatsanwaltschaft an
iPhone-Bezahldienst: Apple soll Deal mit Kreditkartenfirmen haben
Rabatte auf iTunes-Karten bei Netto, Müller und der Sparkasse
Sonntag, 31.08.2014
Online-TV-Dienst Netflix will deutschen Markt mit eigenen deutschen Serien erobern
Snowden-Unterstützer in Berlin: "Es wird weitere Skandale geben"
Nach Übernahme durch Amazon: Streaming-Dienst Twitch erweitert inhaltliche Ausrichtung
Streit um "unislamisches" Highspeed-Internet im Iran
Europäische Städte TLDs: Deutschlands wichtigste Hafenstadt schärft ihr digitales Profil
Carsharing-Markt boomt trotz mehr verkaufter Autos
Maas will Handy-Daten besser schützen: Handy-Ortung nur noch mit Zustimmung
Freiheit statt Angst:: Tausende demonstrieren in Berlin gegen Überwachung
Samstag, 30.08.2014
Fit mit Internet: Das Geschäft der Online-Fitness-Anbieter
Drohnen, die Pakete ausliefern: Von der Zukunftsvision zur Realität
Weitere News
DSL Anschluss
DSL 2000 für Einsteiger, DSL 6000 für Normalsurfer oder DSL 16000 für Internetprofis.
Welcher Internetanschluss von welchem Internet Provider ist geeignet?
Der DSL Anbieter Vergleich zeigt: Die Auswahl ist groß
Internet über Kabel
Kein DSL oder nur schlechte Werte im DSL Speedtest? Internet über das Kabelnetz ist eine der führenden DSL Alternativen.
Kabelanbieter bieten ultraschnellen Downstream über den Kabelanschluss.
Wenn kein DSL verfügbar ist und auch kein Kabel digital gewünscht wird, ist mobiles Internet vielleicht interessant.
Speedcheck
Zum Glück DSL verfügbar, mit großer Vorfreude bestellt und nun trotzdem enttäuscht? Gleich DSL Speedcheck machen.
Langsamer als versprochen? Dann im großen Flatrate Vergleich alle günstigen DSL Tarife anschauen und schnell wechseln.
Viele Angebote haben neben einer Telefonflatrate auch einen WLAN DSL Router inklusive.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs