Seit drei Wochen ist das iPhone 4 unter anderem in Deutschland erhältlich. Es hat eine Welle der Euphorie, aber auch große Enttäuschung ausgelöst. Zweifelsohne ist es Apple gelungen, ein schickes Design-Smartphone auf den Markt zu werfen. Ankreiden muss man dem Apfel-Konzern aber auch, dass ihm bei der Entwicklung der in den Edelstahlrahmen integrierten Antenne ein lupenreiner Fauxpas unterlaufen ist. Doch nun wird möglicherweise reagiert.
Apple beruft spontane Pressekonferenz ein
Dafür sprechen gleich zwei Indizien. Zum einen wird das iPhone 4 (Test) von der Telekom bei einer aktuellen Bestellung nun mit neun Wochen Verzögerung ausgeliefert. Das sind noch einmal fünf Wochen mehr als vor zwei Wochen kommuniziert wurde. Ist ein neuer Ansturm auf Apples Kulthandy der Grund? Wohl kaum. Wahrscheinlicher ist, dass Apple an einem Update für sein Flaggschiff arbeitet. Dafür spricht auch, dass der Konzern laut des US-Blogs TechCrunch für Freitag zu einer spontanen Pressekonferenz eingeladen hat.
In den zurückliegenden Wochen hatten immer mehr Medien - unter anderem auch onlinekosten.de - die Probleme der Antenne des iPhone 4 aufgegriffen. Auch wenn Apple versuchte, das Problem herunterzuspielen, wurde der Druck offenbar immer größer. Zuletzt hatte ein führendes US-Verbrauchermagazin das iPhone 4 als "nicht empfehlenswert" eingestuft.
Das neue iPhone 4 hat Antennenprobleme. Bild: apple.de
Eine Rückrufaktion wäre teuer
Sollte sich Apple dazu entscheiden, eine Rückrufaktion zu starten, könnte das für den IT-Konzern teuer werden. Analyst Tony Sacconaghi von Bernstein Research erklärte nach übereinstimmenden Medienberichten, ein solcher Austausch der defekten Smartphones könnte Apple bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar kosten. Apple muss sich die Frage stellen, ob finanzielle Einbußen in Kauf genommen werden sollen, oder der eigene Ruf gerettet werden soll. Das letzte Geschäftsquartal hatte Apple mit einem Gewinn von 3,1 Milliarden Dollar abgeschlossen.
Hayo Lücke