Noch im Mai äußerte Matthias Kurth, Chef der Bundesnetzagentur: "Es macht keinen Sinn, dass zwei bis drei Gesellschaften Glasfaser in jede Wohnung legen." Stattdessen werde es tendenziell natürliche Monopole auf regionaler Ebene geben. Genau dieser Meinung ist nun auch die Deutsche Telekom: Wie die "WirtschaftsWoche" (WiWo) berichtet, gibt die Telekom ihre Führungsrolle im Infrastrukturgeschäft auf.
Eigene Anschlüsse als Ausnahme
Die Telekom sehe sich nun nur noch als einer von vielen Anbietern und habe vor dem NGA-Forum der Bundesnetzagentur angekündigt, künftig die Netze der Konkurrenten mitbenutzen zu wollen. Nur noch in Ausnahmefällen werde die Telekom für eigene Glasfaseranschlüsse sorgen.
Aus den Reihen der Stadtwerke sprach sich im Frühjahr beispielsweise Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen, der Wasser- und Energieversorger sowie Entsorgungsunternehmen umfasst, für einen lückenlosen Ausbau aus. Es liege im eigenen Interesse von Stadtwerken, die Standortbedingungen vor Ort zu stärken. Da die kommunalen Unternehmen ohnehin Versorgungsinfrastrukturen wie Wasser, Abwasser oder Energie betrieben, könnte Glasfaser günstig direkt bis zum Kunden mitverlegt werden.
Genau dort sieht auch Niek-Jan van Damme die künftigen Marktbeherrscher: "Es wird neue regionale Monopole von Stadtwerken und Regionalanbietern geben", zitiert WiWo das Vorstandsmitglied Deutschland der Telekom. Er sehe dabei aber auch "die Gefahr eines Glasfaser-Flickenteppichs". Daher sollten nun "zügig" einheitliche Standards zwischen den beteiligten Unternehmen vereinbart werden.