In drei bis fünf Jahren werden wir nahezu alle Informationen ausschließlich online konsumieren – diese Auffassung vertritt Eric Schmidt, CEO von Google, in einem Gespräch mit dem britischen Telegraph. Die entsprechenden Endgeräte werden seiner Meinung nach live und nicht statisch arbeiten und wissen, wer und wo wir sind. Schon jetzt eilt Google oftmals der Ruf als Datenkraken nach, Eric Schmidt spricht aber dennoch davon, Google einfach zu vertrauen.
Konkurrenzdruck als Vertrauensgrund?
Die Datenschutzbedenken kann der Geschäftsführer nachvollziehen, das Ansammeln von Daten sei aber keine Entscheidung von Google, sondern eine gesellschaftliche. "Eine Tatsache ist, dass Computer eine Menge Informationen über dich generieren, wenn du andauernd online bist", sagte Schmidt der Zeitung. Der Konzern werde durch seine Kunden und den Wettbewerb in Schach gehalten und alle von Google durchgeführten Tests würden ergeben, dass die Mehrheit der Nutzer völlig zufrieden mit der Datenpolitik sei. "Und diese Nachricht ist die Nachricht, die aber niemand hören möchte, daher lassen Sie es mich noch einmal sagen: Die Wirklichkeit sieht so aus, dass wir unsere Entscheidungen auf der Grundlage dessen fällen, was uns der durchschnittliche Nutzer erzählt und was wir prüfen. Der Grund, warum man uns vertrauen sollte, ist der, dass die Leute sofort abwandern würden, wenn wir dieses Vertrauen missbrauchen sollten", führte Schmid aus. Scherzhaft fügte er hinzu, dass Google aufgrund der sehr guten Antihaftbeschichtung ein großes Interesse daran habe, das Vertrauen aufrecht zu halten.
Die gesammelten Datenmengen könnten sich schließlich noch weiter vergrößern: die Smartphones mit dem von Google initiierten Betriebssystem Android sind auf dem Vormarsch. Google und auch Apple zählen zu der noch relativ neuen Konkurrenz für die großen, etablierten Handy-Hersteller, die noch vor einiger Zeit den Markt beherrschten. Die neuen OS der beiden Anbieter, iOS 4 und Android 2.2 "Froyo" folgten kurz hintereinander, einen Plan, Apple zu schlagen, verfolgt Google laut Schmidt aber nicht.
Apples iPhone sei das Gegenteil von Android-Smartphones
Stattdessen stellt er die seiner Meinung nach grundlegenden Unterschiede der beiden Hersteller heraus: "Das Google Modell ist komplett offen. Im Grunde genommen kannst du einfach die Software nehmen – sie ist kostenlos – und daran verändern, was auch immer du möchtest. Du kannst jede Art von App hinzufügen, jede Art von Geschäftsmodell und jede Art von Hardware verwenden. Das Apple Modell ist das Gegenteil." Ein zweites Nexus One soll es übrigens nicht geben: Während die Verkaufszahlen dem Google-Handy einen eher schleppenden Verkauf bescheinigen, sagte Schmidt, dass es so erfolgreich gewesen sei, dass es nicht nötig gewesen sei, ein zweites zu entwickeln.