Sonntag, 04.07.2010 08:31

Studie: Jungen SMS-Fans drohen Psycho-Störungen

aus dem Bereich Mobilfunk
Ernsthafte Forschung oder öffentlichkeitswirksamer Profilierungsversuch? Die australische Wissenschaftlerin Jennie Caroll hat eindringlich vor den negativen Folgen übermäßiger SMS-Kommunikation gewarnt. Sie habe vier verschiedene Krankheitsbilder identifizieren können, die sich auf das massenhafte Schreiben von Kurznachrichten zurückführen ließen. Vor allem Jugendliche seien demnach betroffen, berichtet die österreichische Tageszeitung "Der Standard".
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Halluzinationen & mangelndes Selbstwertgefühl

Caroll ist Dozentin für Projektmanagement an der Universität Melbourne. Anlässlich der Veröffentlichung eines neuen australischen SMS-Rekordes warnte sie in einem Rundfunk-Interview vor einer Zunahme verschiedener psychischer Störungen. Bei der Textaphrenie etwa entstehe die Illusion, das Handy habe eine eingehende SMS gemeldet, obwohl tatsächlich nichts passiert ist. Das post-textische Stresssyndrom beschreibt hingegen die völlig geistige Abwesenheit des SMS-Schreibers, der infolge dessen gegen Hindernisse läuft oder nicht mehr realisiert, was in seiner Umgebung vor sich geht.

Wer unter den sogenannten Tangstgefühlen leidet, zieht sein Selbstwertgefühl aus der Anzahl eingegangener Nachrichten. Bleiben diese jedoch eine Zeit lang aus, befallen den Betroffenen starke Selbstzweifel an seiner Person. Ähnlich verhalten sich Handy-Besitzer beim Koma-Texten - allerdings verschicken sie dann selbst unzählige Kurzmitteilungen, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken. "Textaphrenie und Tangstgefühle haben SMS-Schreiber, die sich einsam fühlen und an ihrer Popularität zweifeln", sagte Carroll. Koma-Texten sei ein Hilferuf.

Auch in Deutschland steigt die Anzahl der verschickten Kurznachrichten jährlich um mehrere Milliarden (Mrd.). Im vergangenen Jahr zählte die Bundesnetzagentur 34,4 Mrd. verschickte SMS. Dies entspricht einer Steigerung um fast 25 Prozent zu 2008, wo 27,8 Mrd. Kurzmitteilungen verschickt wurden. Seit dem Jahr 2000 (11,4 Mrd.) hat sich der SMS-Verkehr in Deutschland damit sogar mehr als verdreifacht.

Christian Wolf
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 Logorrhöe bei jungen Frauen (7 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von TeKoN am 05.07.2010 um 19:44 Uhr
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