Es sollte der Anfang eines neuen Geschäftsfeldes werden, als im Jahr 2008 von Versatel der Kabelnetzbetreiber AKF gekauft wurde. Der Düsseldorfer Festnetz- und DSL-Anbieter wollte neue Kundenkreise erschließen und darüber hinaus Management-Know-How in der Kabelindustrie gewinnen. Die Betonung liegt auf wollte. Denn heute, zwei Jahre später, ist es mit der Herrlichkeit, das Feld als kleiner Kabelnetzbetreiber aufzumischen, schon wieder vorbei. Versatel habe alle Anteile der Versatel Kabel GmbH an den Finanzinvestor Chequers Capital verkauft, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit.
Schluss mit dem Kabelgeschäft
Versatel hatte in den zurückliegenden Jahren nicht nur AKF gekauft, sondern auch MediaHome. Spekuliert wurden zudem, dass Versatel die taumelnde Primacom AG übernehmen könnte. Doch diesen Gerüchten schob Versatel am Dienstagabend endgültig einen Riegel vor. Versatel streicht nicht nur 66 Millionen Euro für seine Kabelgesellschaft ein, sondern darf sich auch über einen Wholesale-Vertrag mit einem Umsatz in Höhe von rund 9 Millionen Euro freuen.
Konzentration aufs B2B-Geschäft
In einer Unternehmensmitteilung heißt es, dass sich Versatel nach dem am Dienstag unterschriebenen Vertrag noch stärker darauf konzentrieren könne, das B2B-Geschäft auszubauen. Das heißt, Versatel möchte sein Telekommunikationsnetz anderen Firmen zur Verfügung stellen, damit diese das aufkommende Datenaufkommen durch das Versatel-Netz leiten. In diesem Zusammenhang will Versatel in Zukunft nicht nur mit Kabelnetz-Betreibern zusammenarbeiten, sondern auch mit Mobilfunk-Unternehmen.
Das bisherige Management der Versatel Kabel wird das Unternehmen auch zukünftig leiten. Für die Kunden und Partner ergeben sich aus dem Verkauf keine Veränderungen, verlautet es aus Düsseldorf. Versatel zieht sich mit dem Verkauf vollständig aus dem Endkunden-Kabelgeschäft zurück. Aus dem vollmundig angekündigten Plan, groß ins Kabelgeschäft einzusteigen, wird demnach nichts.
Die Transaktion steht unter Vorbehalt der Genehmigungen der Kartell- und Aufsichtsbehörden. Der Kurs der Versatel-Aktie legte im nachbörslichen Handel um knapp 4 Prozent zu.