Um die Drosselung auszutesten, luden wir innerhalb von 37 Minuten eine 800 MB große Datei herunter. Zuvor wurden bereits einige kleinere Downloads durchgeführt. Der Datendurchsatz für einen Tag ist auf 400 MB festgelegt, was einen Download von höchstens 800 MB mit maximaler Bandbreite ermöglicht hätte. In kräftigem Alarm-Rot leuchtete kurz darauf ein Balkendiagramm in der alle 15 Minuten aktualisierten Online-Trafficübersicht, die im Kundenbereich abrufbar ist, auf. Es zeigte die Überschreitung der FUP-Grenze für diesen Tag an. Einen Warnhinweis per E-Mail oder SMS zur Überschreitung der FUP erhält der satspeed-Kunde nicht. Auch mehr als 24 Stunden später wurde uns eine Überschreitung der FUP angezeigt, obwohl diese längst hätte abgebaut sein müssen. Hier bestätigte uns satspeed eine fehlerhafte Generierung der FUP-Grafik. Der Sat-Internetzugang selbst ließ aber bereits wieder schnelles Surfen zu. An Verbesserungen des Systems werde aktuell noch gearbeitet erklärte der Anbieter weiter.
satspeed: 1 bis 3 Prozent der Kunden werden gedrosselt
Das Surfen und der Aufruf von Webseiten wird beim Einsetzen der Drosselung zum Geduldsspiel, die Bandbreite spürbar reduziert. Satspeed teilte auf Anfrage jedoch mit, dass in der Regel nur 1 bis 3 Prozent der Kunden überhaupt von der FUP betroffen seien. Der Großteil der Kunden nutze Sat-Internet vor allem zum Aufruf von Webseiten, also zur Information. Für Kunden, die häufiger größere Downloads - etwa von Filmen oder Videos - vornehmen, ist die satspeed-Lösung nur bedingt geeignet. Alternativ können Kunden aber auch in Tarife mit größerem monatlichen Downloadvolumen wechseln. Die Tarife Bronze, Silber oder Gold sind für 11, 27 beziehungsweise 71 Euro monatlichen Aufpreis buchbar. Im Gold-Tarif sind dann theoretisch Downloads mit einem Datenvolumen von bis zu 24 GB im Monat möglich. Der sogenannte satspeedBOOST für einmalig 14,90 Euro bietet sich außerdem als (teure) Sofort-Lösung an, um die Beschränkungen der FUP kurzzeitig aufzuheben. Geboten wird hier ein zusätzliches Volumenkontingent für einen weiteren Download von bis zu 1000 Megabyte an Daten. Während sich damit wieder schneller surfen lässt, baut sich die FUP in der Zwischenzeit je nach Drosselungsstufe wieder ab.
Die Triple-Play Lösung satspeed+ eignet sich für Wenig- bis Normalsurfer. Screenshot: onlinekosten.de
Fazit: Sat-Internet flächendeckend nutzbar, aber mit Einschränkungen in der Praxis
Provider wie satspeed sehen die Zielgruppe für den von ihnen angebotenen Sat-Internetzugang vor allem bei Nutzern in noch nicht mit Breitband erschlossenen Gebieten. Der ideale Kunde nutzt Sat-Internet vor allem zum schnellen Surfen, jedoch weniger für große Downloads. Poweruser sind nicht willkommen und werden auch schnell durch die Fair-Use-Policy ausgebremst. Zum Surfen, zum gelegentlichen Updaten von Programmen und auch für kleinere Online-Games sowie den Abruf von YouTube-Videos eignet sich das satspeed-Angebot recht gut. Der größte Vorteil ist vor allem die bundesweite Verfügbarkeit von Sat-Internet. Satspeed bot im Testzeitraum einen erfreulich stabilen Internetzugang. Preislich müssen die je nach gewähltem Tarif hohen Hardwarekosten von mindestens 699 Euro berücksichtigt werden. Bei 24-monatiger Vertragslaufzeit bietet satspeed mit dem "Tarif 2" aber auch eine Option, bei der die Hardwarekosten bereits in den monatlichen Grundgebühren von 59,90 Euro enthalten sind. Nach zwei Jahren sinkt die Monatsgebühr dann auf 28,90 Euro. Die einmalige Aktivierungspauschale beträgt 99 Euro. Die Kosten relativieren sich bei Blick auf die von der Telekom angebotene, langsamere Alternative über analoge Modems beziehungsweise ISDN. Die Surf Eco Flat der Telekom kostet 79,99 Euro im Monat und ermöglicht das Surfen maximal mit ISDN-Geschwindigkeit.
Die komplexe FUP-Regelung trübt dagegen die ansonsten für den genügsamen Durchschnittssurfer brauchbare satspeed-Lösung. An DSL reicht der Sat-Internetzugang auch aufgrund Einschränkungen durch den Proxy-Einsatz (noch) nicht heran. Am Ende dieses Jahres startet Eutelsat jedoch den Satelliten KA-SAT, der im KA-Band ab dem kommenden Jahr Bandbreiten von bis zu 10 Mbit/s ermöglicht. Damit sollen dann auch über Sat-Internet Dienste angeboten werden, die hinsichtlich der Geschwindigkeit, dem Preis und der Qualität denen von DSL-Anbietern entsprechen würden.
| Name: |
Sat-Internetzugang satspeed+ |
| Anbieter: |
Internetagentur Schott |
| Internet: |
www.satspeed.de |
| Preis: |
Tarif 1: ab 28,90 Euro monatlich (bei 24-monatiger Vertragslaufzeit), Hardware 699 Euro. Tarif 2: Hardware kostenlos, 24 Monate 59,90 Euro im Monat, danach 28,90 Euro. Aktivierungsgebühr: jeweils 99 Euro. Optionaler VoIP-Router: 109 Euro. |
| Hardware |
| Satelliten-Schüssel: |
100 Zentimeter |
| Satelliten-Modem: |
ViaSat SurfBeam SM-1101 |
| Router: |
satSpeed Box II VoIP (SLI-5460-I) |
| Anschlüsse: |
4 LAN-Anschlüsse, Anschluss für DSL/Line, 2 Anschlüsse für Telefon/Fax |
| Satellitenplattform: |
Tooway (Eutelsat), Satellit Eurobird 3, Position 33 ° Ost |
| Services: |
Internet: Download bis zu 3.584 Kbit/s, Upload bis zu 384 Kbit/s, VoIP sowie auf Wunsch auch TV |
| Lieferumfang: |
Satelliten-Schüssel, sendefähige LNB-Einheit, Router, Sat-Modem, Kabel, Kurzanleitungen |
| Pro & Contra |
bundesweit überall einsetzbar
Surfen relativ zügig möglich
optional VoIP-Telefonie und TV-Nutzung
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Fair-Use-Policy (FUP): Drosselung ab einem bestimmten Datenverbrauch
hoher Ping (für Online-Gamer nicht geeignet)
Online-Videotheken wie maxdome nicht nutzbar wegen Proxy
je nach Tarif hohe Hardwarekosten
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