Donnerstag, 22.07.2010 10:01

Satspeed: Tooway Internet per Satellit im Test

aus dem Bereich Breitband

Der Aufruf von Standard-Webseiten wie spiegel.de verlief meist relativ zügig. Nach einer Wartezeit von durchschnittlich rund zehn Sekunden wurde die gewünschte Webseite inklusive Fotos und Grafiken komplett angezeigt. Die Wartezeit variierte jedoch je nach Internetseite. Mit Hilfe gängiger, im Netz verbreiteter Speedtests, konnte unsere Redaktion in der Spitze eine Bandbreite von rund 3,5 Mbit/s bei Downloads verzeichnen. Dieser Wert wurde aber nicht immer erreicht.

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satspeed im Geschwindigkeitscheck

Satspeed weist darauf hin, dass die im Netz bereitgestellten Speedtests für Internet per Sat eher ungenaue Messergebnisse liefern. Das gelte insbesondere für die Angaben bei Uploads. Ein Grund sei die für die Datenübertragung verwendete Komprimierung. Unsere Redaktion hat daher zur besseren Veranschaulichung an mehreren Tagen Downloads von 10, 20 und 100 Megabyte (MB) großen Testdateien mit Binärdaten heruntergeladen und die dafür benötigte Zeit protokolliert:

  • 10 MB: 1:15 bis 3:30 Minuten
  • 20 MB: 0:46 bis 1:08 Minuten
  • 100 MB: 4:31 bis 4:59 Minuten
Die durchschnittliche Übertragungsgeschwindigkeit erreichte bis zu 420 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s). Erstaunlicherweise wurden größere Dateien vergleichsweise schneller heruntergeladen. Auch dafür hat satspeed eine Erklärung und verwies gegenüber unserer Redaktion darauf, dass zu Beginn eines Down- oder Uploads einige Zeit für die Aufnahme der Verbindung benötigt werde. Stehe die Verbindung dann erst einmal, könne der Datentransfer mit der vollen zur Verfügung stehenden Bandbreite erfolgen. Das wirke sich bei kleineren Dateien entsprechend stärker aus. Gegenüber ISDN lassen sich Software-Updates zur Aktualisierung von Programmen oder des Betriebssystems über Sat-Internet erheblich schneller ausführen. Der Upload von Dateien erfolgt dagegen eher gemächlich mit laut satspeed maximal möglichen 384 Kbit/s. Ein 104 Kilobyte großes Testbild ließ sich in 18 Sekunden auf Facebook hochladen, eine 1,2 MB große Testdatei gelangte innerhalb von 1:05 Minuten in das Facebook-Album.

Surfen per Sat-Internet von satspeed. Das Video zeigt wie schnell sich Webseiten beim Surfen per Sat aufbauen.
Video: onlinekosten.de

Hohe Ping-Raten: Aus für Ego-Shooter, browserbasierte Flash-Spiele aber möglich

Spieler von schnellen Ego-Shootern werden mit Sat-Internet jedoch keine Freude haben. Die gemessenen Ping-Raten lagen etwa bei einer Prüfung der onlinekosten.de-Webseite bei rund 670 Millisekunden. Zum Vergleich: Über die schnelle Anbindung der Redaktionsrechner wurde im Durchschnitt ein guter Ping von 7 bis 14 Millisekunden erreicht. Dennoch können auch satspeed-Kunden browserbasierte Online-Games spielen. Onlinekosten.de testete einfache Flashspiele etwa auf gameduell.de. Diese ließen sich problemlos starten und auch mit mehreren Mitspielern spielen.

satspeed FUP
Fair-Use-Policy: Nach Download von mehr als 800 MB wurde der erlaubte Tagesgrenzwert überschritten, die Bandbreite für 24 Stunden gedrosselt. Screenshot: onlinekosten.de

Die Fair Use-Policy von Satspeed: Drosselung in mehreren Stufen

Für den Test stellte uns satspeed die Internet-Flatrate in der Basis-Variante bereit. Diese ermöglicht die Nutzung einer Bandbreite von bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde. Wie alle anderen Sat-Internet-Anbieter setzt aber auch satspeed auf eine Regulierung der nutzbaren Bandbreite per Fair-Use-Policy (FUP), da sich die Nutzer die Kapazität eines Satellitentransponders teilen müssen. Die Anzahl und Größe von Downloads sollte der satspeed-Nutzer immer im Hinterkopf haben. Bei Überschreitung bestimmter Grenzen an genutztem Datentraffic wird die Surf-Geschwindigkeit stufenweise gedrosselt.

Die FUP greift bei satspeed in fünf verschiedenen Stufen und errechnet ständig für jeden Nutzer einen möglichen Durchschnitt an nutzbarem Datenvolumen (Treshold) für eine Zeitspanne von einer Stunde, vier Stunden, einem Tag, einer Woche oder vier Wochen. Die Surfgeschwindigkeit sinkt am stärksten bei Überschreitung des monatlichen erlaubten Schwellenwertes und rutscht dann unter das Niveau von ISDN. Den Datendurchschnitt berechnet satspeed nach folgender Formel: Threshold = 0,5 * Download + 1,5 * Upload. In dem von uns genutzten Basis-Tarif mit einem monatlichen Treshold von 2.400 lassen sich damit im Monat theoretisch 4.800 Megabyte ohne Drosselung herunterladen. Da gleichzeitig auch immer Datenvolumen für den Upload anfällt, liegt das in der Praxis ohne Drosselung nutzbare Downloadvolumen jedoch etwas niedriger. Eine Lockerung der FUP-Regelung bietet satspeed im Zeitraum von 0 Uhr bis 6 Uhr morgens an: Nur die Hälfte des dann anfallenden Download-Volumens wird auf den FUP-Grenzwert angerechnet. Damit lassen sich ohne Drosselung beispielsweise Downloads von 1.600 MB statt 800 MB durchführen. Viele satspeed-Kunden würden größere Dateien daher mit Hilfe von Download-Managern in der Nacht herunterladen.

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    Zuletzt kommentiert von The-Error am 27.02.2012 um 00:42 Uhr
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