Der Sat-Internetzugang lässt sich über die browserbasierte Benutzeroberfläche des Routers optimieren. Dazu nutzt satspeed ein Proxy-Routing und Datenkomprimierung. Über die Plattform satspeed Next Generation Gateways lassen sich große Dateien wie etwa Bilder um bis zu 80 Prozent komprimieren. Der Datentraffic reduziert sich nach Angaben von satspeed entsprechend. Das erhöht bei einigen Webseiten auch die Surfgeschwindigkeit. Optional lässt sich die Datenkomprimierung auch deaktivieren. Die Komprimierung der Bilder wirkte sich im Test nicht störend auf deren Darstellung aus.
Deutsche IP per Proxy und die Folgen
Den Proxy-Einsatz vermarktet satspeed als besonderes Feature: Auf einer Webseite identifiziert sich der Internetnutzer mit einer deutschen IP-Adresse. Die Tooway-Uplink-Station steht im italienischen Turin, satspeed-Kunden ohne aktivierten Proxy surfen daher mit einer italienischen
IP-Adresse im Internet. Eine deutsche Internetseite, die den Zugriff auf Inhalte etwa aus lizenzrechtlichen Gründen regional beschränkt, wäre mit einer italienischen IP-Adresse nicht nutzbar. Bei dem Online-TV Dienst
Zattoo funktionierte der Proxy recht gut. Die TV-Streams der über dieses Portal angebotenen öffentlich-rechtlichen TV-Sender ließen sich ruckelfrei aufrufen.
Probleme bereitete im Test aber ein Zugriff auf die Online-Videothek maxdome. Beim Versuch, dort einen Film per Stream zu starten, erschien eine Fehlermeldung, mit dem Hinweis es dürfe kein Proxy genutzt werden. Wird dieser jedoch deaktiviert, folgt die Meldung, dass die Inhalte nicht für eine Region außerhalb Deutschlands freigegeben sind. Bei solchen Einschränkungen seitens der Webseitenbetreiber ist satspeed nach eigenen Angaben machtlos. Inhalte über YouTube ließen sich dagegen problemlos und ohne Ruckeln abspielen.
Der satspeed VoIP WLAN-Router bietet zwei Telefon- und vier LAN-Anschlüsse. Foto: onlinekosten.de
Telefonie per Satellit
Über das satspeed-System ist mit dem optional für 109 Euro erhältlichen VoIP-Router satspeed Box II auch Internettelefonie möglich. Für den Test hat unsere Redaktion die Basis eines analogen Schnurlostelefons direkt mit dem entsprechenden Anschluss am satspeed-Router verbunden. Der erste VoIP-Testanruf verlief zunächst enttäuschend: Es hallte und ein deutliches Echo war vernehmbar. Schnelle Abhilfe ist jedoch durch einen Zugriff auf die Routereinstellungen über den Webbrowser möglich.
Webbasierte Benutzeroberfläche des WLAN-Router satspeed Box II. Screenshot: onlinekosten.de
Unter der Adresse 192.168.100 gelangen Kunden zur Benutzeroberfläche des Routers. Hier sind Informationen zum Router selbst sowie zu über ihn aufgebauten Internet- und VoIP-Verbindungen abrufbar. Unter dem Menüpunkt VoIP -> Anschluss -> Lautstärkenregelung lässt sich die Lautstärke von Mikrofon und Lautsprecher regeln. Nach einer Absenkung der jeweiligen Lautstärke verschwand das störende Echo und die Nebengeräusche. Die systembedingte Signalverzögerung durch die große Entfernung zum Satelliten wirkte sich in Telefonaten nicht spürbar aus. Eine VoIP-Flat in das Festnetz der EU-Länder bietet satspeed für einen monatlichen Aufpreis von 9,95 Euro an.