Die Idee ist so einfach wie brillant: Statt umständlich mit Datenkabeln zu hantieren oder die Speicherkarte permanent zwischen Kamera und Lesegerät zu wechseln, werden digitale Schnappschüsse sofort per WLAN auf den PC oder ins Internet übertragen. Wer sich allerdings keine Kamera im Hochpreissegment leisten will, die entsprechende Funktionen bereits von Haus aus mitbringt, dem bleibt noch Eye-Fi – eine SDHC-Speicherkarte mit eingebautem WiFi-Modul, das in den Standards 802.11 b/g/n funken kann. Da Marketingversprechen aber das eine sind, die alltägliche Praxis aber etwas anderes, haben wir uns das "Drahtloswunder" einmal genauer angesehen. Fazit: Die Bilder landen tatsächlich auf dem PC – allerdings nicht immer zuverlässig und schon gar nicht mit jeder x-beliebigen Kamera.
Bunte Verpackung mit wenigen Informationen
Leider erweckt aber bereits die Verpackung der von uns verwendeten Eye-Fi Explore X2 mit 8 Gigabyte (GB) Speicherplatz genau diesen Eindruck. Bei den aufgedruckten Produktinformationen fehlt jeglicher Hinweis darauf, dass die Karte mit einer stattlichen Anzahl von digitalen Fotoapparaten nicht auf Anhieb oder sogar überhaupt nicht zusammenarbeitet. So ist unter "Voraussetzungen" lediglich von einer "SDHC-kompatiblen Digitalkamera" die Rede.
Unerwähnt bleibt hingegen, dass der Hersteller im Internet eine lange Liste von Kameras bereithält, die sich trotz Erfüllung der formalen Voraussetzungen doch nicht mit der Karte vertragen wollen. Auch die beiliegende mehrsprachige Kurzbedienungsanleitung schweigt sich darüber konsequent aus. Ebenfalls nur auf der Eye-Fi-Homepage ist zu lesen, dass über 1.000 Kameras anstandslos mit der Karte zusammenarbeiten und es darüber hinaus spezielle Eye-Fi-Cams mit weiteren Funktionen gibt. Wer aber denkt schon daran, vorher auf der Produkt-Website nach solchen Informationen zu suchen? Sicher die Minderheit der Interessenten. Schließlich sollte ja alles sofort funktionieren.
Eye-Fi ausgepackt: SDHC-Karte, USB-Kartenleser und Kurzanleitung. Bild: onlinekosten.de
Auspacken, Einstecken, Installieren
Mit dieser Einstellung begannen auch wir: Auspacken, Karte zusammen mit dem mitgelieferten Kartenleser in den USB-Anschluss stecken und schon startet die Installation der notwendigen Software. Zumindest fast. Unser Virenscanner verhinderte das Ausführen der Autostart-Funktion, daher musste manuell nachgeholfen werden. Wie das geht, steht aber im Anleitungsheftchen. Nach Abschluss der Installation suchte das Programm selbstständig nach verfügbaren Updates und lud sie auf unseren Wunsch sofort herunter.
Danach folgte ein Test der Firewall-Einstellungen und die Aufforderung, Adobe Air zu installieren - eine Software, mit der sich laut Adobe-Website "interaktive Anwendungen außerhalb von Browsern darstellen lassen". Diese ist jedoch nicht auf der Eye-Fi-Karte enthalten und muss daher zuvor ebenfalls aus dem Web gezogen werden.