Sie ist eines der bekanntesten Werbegesichter Deutschlands. Vanessa Hessler, italienisches Model und Schauspielerin, prangt überlebensgroß von Werbeplakaten oder tänzelt in schwarzem oder rotem Kleid durch Werbespots für die DSL-Marke Alice des Hamburger Telekommunikationsunternehmens Hansenet. Doch die Tage von Alice als eigene Marke scheinen gezählt. O2-Deutschland-Chef Rene Schuster gab in einem Bericht der Zeitung "Die Welt" Einblicke in die Zukunft von Alice - und Auskunft zu Spekulationen über einen Kauf von Konkurrent E-Plus.
o2 verabschiedet sich schrittweise von Alice
"Unsere DSL-Marke in Deutschland wird in Zukunft o2 sein", so Schuster. "Unser Ziel ist es, die Marke Alice langsam über einen Zeitraum von zwei Jahren durch o2 zu ersetzen", so Schuster weiter. Derzeit zählt Alice rund 2,1 Millionen DSL-Kunden. Die Münchener möchten möglichst viele dieser Kunden behalten, denn Hansenet hat sich mit Alice zum viertgrößten deutschen DSL-Provider entwickelt. Das eigene, wachstumsschwache o2-DSL-Geschäft hat dagegen bislang nur rund 300.000 Kunden gewinnen können. Daher stuft Schuster den Kauf von Hansenet auch strategisch ein: "Was uns immer gefehlt hat, war ein starkes Festnetzgeschäft". Um im harten Wettbewerb etwa gegen die preisoffensiven Kabelnetzbetreiber bestehen zu können, hat Alice aktuell eine Aktion für preisgünstiges DSL ohne Laufzeit gestartet. Neukunden zahlen bei Buchung eines Alice DSL-Paketes bis Ende Juni auch ohne Langzeitbindung 12 Monate lang um 10 Euro reduzierte Grundgebühren.
"Alice" hat bald ausgedient: o2 ersetzt Alice-Produkte innerhalb der nächsten 2 Jahre. Bild: Alice
Kein Kauf von E-Plus geplant
Alice-Kunden sollen zukünftig auch verstärkt o2-Handyverträge angeboten werden. Der gemessen an der Kundenzahl kleinste der vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber erhofft sich dadurch weiteres Wachstum. "Wir glauben, dass Cross- und Upselling, also der Verkauf von mehreren Telekommunikationsprodukten an einen Kunden, sich deutlich steigern lässt", so Schuster. Deutschland gehöre für Telefónica zu einer der wichtigsten Wachstumsmärkte weltweit. Die spanische Muttergesellschaft von o2 Germany hatte daher auch in den letzten vier Jahren rund vier Milliarden Euro in den Ausbau des deutschen Mobilfunknetzes seiner Tochter investiert.
o2 will auf dem deutschen Markt die Rolle des Angreifers einnehmen. Es sei aber nicht geplant, E-Plus, die derzeitige Nummer Drei, zu übernehmen. Stattdessen wolle o2 aus eigener Kraft wachsen, um näher an die Marktführer Telekom und Vodafone heranzurücken. Das ist allerdings ein ehrgeiziges Vorhaben: Die Telekom zählt 39 Millionen Kunden, Vodafone als zweitgrößter Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland 35 Millionen. O2 selbst kam Ende des vergangenen Jahres gerade einmal auf 15,5 Millionen Mobilfunkkunden. Für den Angriff von o2 in Deutschland ist daher ein langer Atem erforderlich.