Sat-Internet und Glasfasernetze müssen sich nicht ausschließen. Dies zeigen aktuell der Düsseldorfer Telekommunikationsanbieter Versatel sowie Filiago, der schleswig-holsteinische Anbieter von Internet über Satellit. Beide Unternehmen gaben jetzt die Vereinbarung einer langfristigen Geschäftspartnerschaft bekannt.
"Weiße Flecken": Breitband-Erstversorgung über Satellit
Versatel wird den Filiago-Firmensitz in Bad Segeberg künftig über das eigene Glasfasernetz mit breitbandigem Internet und Telefonieprodukten versorgen. Filiago selbst bietet seinen Kunden sowohl herkömmliche DSL-Anschlüsse als auch Internet über Satellit an. Aktuell ermöglicht Filiago per Satellit über den Dienst Astra2Connect Bandbreiten von bis zu 4 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download. Durch den im Mai gestarteten neuen Satelliten Astra 3B soll die Bandbreite demnächst durch Nutzung des Ka-Bandes auf rund 10 Mbit/s erhöht werden.
Filiago ist zudem bei der Erschließung von sogenannten "weißen Flecken", den noch nicht oder nur unzureichend mit Breitband versorgten ländlichen Gebieten, aktiv. Die Haushalte erhalten in diesen Regionen zunächst eine breitbandige Grundversorgung über Satellit.
Enge Kooperation mit Versatel
Filiago-Geschäftsführer Utz Christoph Wilke erläuterte gegenüber onlinekosten.de, dass die Haushalte in einem späteren Schritt mit einem breitbandigen Internetzugang per Glasfaser aufgerüstet würden. Filiago könne seine Dienste dann unter anderem auf Basis des Versatel-Netzes anbieten. Wilke wies zudem darauf hin, dass sein Unternehmen in Schleswig-Holstein bereits mit Versatel bei der Erschließung ländlicher Regionen kooperiere. Die Zusammenarbeit werde "noch deutlich enger" werden. In Skandinavien seien solche Kooperationen von Sat-Internet-Providern und Glasfasernetzbetreibern schon länger nichts Ungewöhnliches mehr. Die nordeuropäischen Länder seien Deutschland da 2 bis 3 Jahre voraus.
Sat-Internet-Aktionsangebot für 49 Euro monatlich
Zufrieden äußerte sich Wilke darüber, dass die Bundesregierung die Bedeutung von Sat-Internet zur Realisierung ihrer Breitbandstrategie erkannt habe. Das ehrgeizige Ziel einer flächendeckenden Versorgung aller Haushalte mit mindestens 1 Mbit/s bis zum Ende des Jahres könne ohne die Einbeziehung des Internet aus dem All wohl nicht realisiert werden. Noch bis Ende Juli bietet Filiago, mit der Santander Consumer Bank als Finanzierungspartner, das "Rund-um-Sorglos-Angebot" für 49 Euro monatlich an. Mehr als 500 Euro Hardware- und Installationskosten lassen sich nach Unternehmensangaben hierbei sparen. Die einmalige Einrichtungsgebühr liegt bei 99,95 Euro. Im Angebot enthalten ist ein Internetanschluss über Satellit mit einer Bandbreite von bis zu 2 Mbit/s, die Astra2Connect Hardware inklusive Installation, ein AVM WLAN-Router sowie eine VoIP-Flat für kostenlose Gespräche in das deutsche Festnetz.
Jörg Schamberg