Bei der vergangenen Versteigerung von Funkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur, hat sich die Deutsche Telekom Lizenzen im Wert von knapp 1,3 Milliarden Euro gesichert. Ein Teil dieser Frequenzen soll dazu genutzt werden, unterversorgte Regionen mit Breitband-Internet zu versorgen. Wie die Telekom am Montag bekannt gab, beginnt das Unternehmen damit in Brandenburg.
Start der Installation noch im Juli
In den beiden Regionen Ostprignitz-Ruppin und Potsdam-Mittelmark will die Telekom demnach mit dem Aufbau der neuen Mobilfunktechnik LTE (Long Term Evolution) beginnen. Sie ermöglicht schnellere Internetverbindungen auch in Regionen, die bislang nicht mit Breitbandkabel versorgt sind, den sogenannten "weißen Flecken" auf der Internet-Landkarte. "Wir wollen so vielen Bürgern wie möglich einen schnellen Zugang zum Internet bieten. Es geht um die Eintrittskarten für die Gigabit-Gesellschaft. Das tägliche Miteinander basiert immer mehr auf dem Netz und schnellen Verbindungen", so Telekom-Chef René Obermann in einer Unternehmensmitteilung. Studien rechnen damit, dass der Datenverkehr im Mobilfunk in wenigen Jahren um den Faktor 60 zunimmt.
"Wir starten in den neuen Bundesländern, konkret zum Beispiel in Kyritz und Ziesar in Brandenburg", bestätigt Obermann gegenüber der Zeitung "Märkische Allgemeine" (MAZ). Noch im Juli soll mit der Installation begonnen werden. Mit einem Verbindungsradius von zehn Kilometern werden die neuen Sendemasten schnelles Internet unter anderem zwischen Wusterhausen und der Prignitz-Gemeinde Gumtow oder auch in Wollin und Wusterwitz ermöglichen.
1.000 Orte bis zum Jahresende
Bis zum Jahresende will die Telekom mehr als 1.000 Orte mit Breitband erschließen, die bislang nicht auf das schnelle Internet zugreifen können. Hiervon sollen etwa 500 weiße Flecken mit LTE versorgt, die weiteren mit anderen Funk- oder Festnetztechnologien wie UMTS oder DSL. Ein Drittel soll dabei auf die neuen Bundesländer entfallen. Welche Regionen als nächstes auf dem Plan stehen, verrät das Unternehmen derweil noch nicht. Man stehe schließlich in harter Konkurrenz mit anderen Anbietern, so ein Sprecher zur MAZ.
Insbesondere die mittelständische Wirtschaft freut sich über den angekündigten Ausbau der Internetinfrastruktur mittels LTE, der einen Wettbewerbsnachteil wett machen würde. Von einem positiven Signal für alle Betriebe in der Region spricht Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke). Laut MAZ hat die Telekom nach eigenen Angaben für die beiden Vorhaben keine Fördermittel beantragt.