Weder Toshiba noch Fujitsu sind in erster Linie dafür bekannt, dass sie auch Smartphones bauen – zumindest in Deutschland und Europa. Anders auf dem japanischen Markt. Dort gehören beide Unternehmen bislang allerdings eher zu den kleineren Protagonisten der Branche. Mit einer neuen Kooperation sollen die Handy-Sparten der Konzerne nun jedoch zusammengelegt werden. Im Ergebnis entstünde der zweitgrößte Hersteller von Mobiltelefonen in Japan, berichtet das "Handelsblatt".
Mehr Effizienz, weniger Kosten
Die Verhandlungen seien zwar noch nicht vollständig beendet, ein erfolgreicher Abschluss des Geschäfts gilt allerdings als nahezu sicher. Noch in diesem Jahr soll das Joint Venture starten – unter welchem Namen ist noch unklar. Hintergrund der Initiative seien Kosteneinsparungen im Personal- und Produktionsbereich sowie Effizienzsteigerungen und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit.
Sowohl Toshiba als auch Fujitsu machen bisher kaum Gewinn mit ihren Mobilfunkprodukten. Auch wolle Fujitsu stärker ins Ausland expandieren und setze dafür auf Toshibas bestehende Vertriebsstrukturen und Expertise, so das "Handelsblatt". In Europa verkauft Toshiba etwa mit dem TG01 bereits seit 2009 ein eigenes Windows Phone.
Der japanische Heimatmarkt bietet nur noch wenig Entfaltungsmöglichkeiten, da sich dort jeder Handy-Hersteller an bestimmte Netzbetreiber gebunden hat. Durch die Fusion würde es beiden Konzernen aber zumindest gelingen, deutlich zu Marktführer Sharp aufzuschließen. Dieser verfügt über einen Anteil von 26,2 Prozent. Toshiba und Fujitsu kämen auf Rang 2 auf 18,7 Prozent, gefolgt von Panasonic mit 15,1 und NEC Casio Mobile mit 14,6 Prozent.
Christian Wolf