Die freenet Gruppe, die sich nach dem Verkauf der freenet DSL-Sparte an 1&1 vorwiegend auf das Mobilfunkgeschäft konzentriert, hat mit der Kölner QSC AG eine langfristige Netzkooperation vereinbart. Dies gaben beide Unternehmen am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung bekannt.
Integration in NGN-Netz von QSC
Die freenet Cityline GmbH, ein Teil der freenet Gruppe, wird demnach das von ihr bislang betriebene Schmalbandnetz in das NGN-Netzwerk von QSC integrieren. Konkret bedeutet dies: Freenet lagert die technische Verantwortlichkeit für die über das Netz genutzten festnetzbasierten Sprachdienste und Internet-by-Call-Dienste durch Übergabe an QSC aus - und zahlt dafür entsprechend. Beide Seiten würden jedoch durch Synergieeffekte profitieren. Für den direkten Kontakt zum Endkunden bleibe weiterhin freenet zuständig. Die Vereinbarung soll zunächst über zehn Jahre laufen und sei langfristig angelegt. Vor der abschließenden Umsetzung müssen nach Unternehmensangaben noch einige kleinere technisch-organisatorische Hürden beseitigt werden.
freenet: Kooperation sichert profitablen Weiterbetrieb des Schmalbandnetzes
Ein Sprecher von QSC erläuterte auf Anfrage von onlinekosten.de, dass die Bundesnetzagentur etwa noch ihre Zustimmung zur Übergabe der bislang von freenet genutzten Call-by-Call-Rufnummer 01019 an QSC geben müsse. Hindernisgründe für einen Vollzug der vereinbarten Netzintergration sieht der QSC-Sprecher aber nicht. "Mit der jetzt geschlossenen Vereinbarung wird das gesamte bestehende Verkehrsvolumen von freenet innerhalb der nächsten fünf Monate komplett mit unserer eigenen Infrastruktur realisiert", so QSC-Chef Bernd Schlobohm. Für freenet bildet die Kooperation laut Andreas Sand, Mitglied der freenet-Geschäftsleitung, die Basis, um das schrumpfende Schmalbandgeschäft langfristig weiter profitabel betreiben zu können - bei dann weitgehend variablen Kosten.
Jörg Schamberg