Das iPad war eigentlich vor dem iPhone da: Apple-Chef Steve Jobs gab das populäre Handy erst in Auftrag, als er den größeren Prototypen eines Tablet-Computers gesehen hatte. "Dann haben wir den Computer zunächst einmal ins Regal getan und uns auf das Handy konzentriert", sagte Jobs bei der Technologie-Konferenz D8 in Kalifornien. Das iPhone kam 2007 auf den Markt, das größere Gerät startete Apple unter dem Namen iPad vor zwei Monaten.
Verzicht auf physische Tastatur im Fokus
Am Anfang sei seine grundsätzliche Idee gewesen, einen Gerät ohne Tastatur zu entwickeln, dass sich bequem mit dem Finger bedienen lasse, sagte Jobs am Dienstagabend (Ortszeit). Es habe sechs Monate gedauert, bis der erste Prototyp vorlag. "Als ich die Bedienung gesehen habe, dachte ich: Daraus kann man wunderbar ein Handy machen", erinnerte sich der Apple-Chef.
Jobs ging bei seinem Podiumsgespräch auf diverse aktuelle Streitthemen um Apple ein. Eher widerwillig nahm er Stellung zur immer schärferen Rivalität mit dem Internet-Konzern Google. "Sie wollten mit uns konkurrieren. Wir sind nicht ins Suchmaschinengeschäft eingestiegen", gab er dem Wettbewerber die Schuld an der heutigen Eskalation.
"Mein Sex-Leben ist sehr gut"
Auf dem iPhone werde es aber auch weiterhin Google-Dienste geben, sagte Jobs. "Nur weil man miteinander konkurriert, muss man nicht grob zueinander sein", sagte er. Google-Manager hatten jüngst bei einer Produktvorstellung mehrere Seitenhiebe gegen Apple losgelassen. Als die Gastgeber der Konferenz, die von einem Blog des "Wall Street Journal" veranstaltet wird, wissen wollten, ob sich Apple von Google betrogen fühle, beendete Jobs die Diskussion mit dem Satz: "Mein Sex-Leben ist sehr gut."
Flash zu speicherhungrig?
Jobs verteidigte auch ausdrücklich die Entscheidung, die Video- Technologie Flash des Software-Unternehmens Adobe von iPhone und iPad fernzuhalten. Der Beschluss sorgte für heftige Diskussionen, weil ein großer Teil von Videos und Werbung im Internet bisher die Software nutzt. Adobe sprach von einer Diskriminierung. Apple begründet dem Schritt unter anderem damit, dass Flash den Prozessor überlaste und die Batterielaufzeit verringere. Jobs bekräftigte die Ansicht, Flash sei eine auslaufende Technologie. Sollte der Markt aber danach verlangen, würde Apple reagieren.