Nach dem Ende der Mobilfunk-Frequenzauktion wollen o2 und und Vodafone bis zum Ende des Jahres erste Verbindungen mit dem neuen Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE) anbieten, der vor allem für Datenverbindungen gedacht ist und Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit je Sekunde ermöglicht. Die Telekom rechnet mit den ersten Geräten Anfang 2011. Damit wackelt das Ziel der Bundesregierung, bis Ende des Jahres mit Hilfe von Funktechnologien flächendeckend für Internetanschlüsse von einem Megabit je Sekunde zu sorgen.
Vodafone denkt über Preisaufschläge für besonders schnelle Datenverbindungen nach
"Der Hunger nach Breitband ist nicht zu stillen. Die Kunden gieren danach", sagte Vodafone-Chef Fritz Joussen. Für die Netzbetreiber sei es deswegen natürlich besonders interessant, die Digitale Dividende möglichst bald auch in den großen Städten zu nutzen. Teurer sollen die Tarife für Bewohner der "Weißen Flecken" nicht werden, versprach Joussen, für besonders schnelle Datenverbindungen werde aber möglicherweise auch ein höherer Preis verlangt. Vodafone will einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag allein in die weißen Flecken stecken. Die anderen Netzbetreiber äußerten sich zunächst nicht zur Höhe ihrer Investitionen.
E-Plus sieht sich nicht als Verlierer
"Wir werden viel investieren", kündigte E-Plus-Chef Thorsten Dirks. Als Verlierer sieht sich der Chef der Düsseldorfer KPN-Tochter nicht, obwohl E-Plus bei der Digitalen Dividende leer ausging. Sein Unternehmen könne sich auch mit anderen Frequenzen positionieren und seine Netze mit dem ersteigerten Spektrum schneller machen. Außerdem sei E-Plus offen für jede Art der Kooperation. "Wir wollen nicht einholen, wir wollen überholen", gab sich Dirks kämpferisch mit Blick auf die Marktführer T-Mobile und Vodafone. Analysten wie die Commerzbank-Experten Heike Pauls erwarten allerdings, dass der E-Netzbetreiber über kurz oder lang Marktanteile verlieren wird, weil die Kunden außerhalb der großen Städte fehlen.
Hayo Lücke
/ dpa