Anzeige:

Mittwoch, 19.05.2010 10:01

"Diaspora" zeigt Facebook die Zähne

aus dem Bereich Sonstiges

Mit Facebook aufhören – das ist wie aufhören zu rauchen. Nutzer, die das lesen, wähnen sich vielleicht auf einer Suchtberatungs-Seite. Stattdessen sind sie bei der Initiative "Quit Facebook Day" (Verlasse-Facebook-Tag) gelandet. Aber die Angst vor schmerzhaftem Entzug soll niemand vom gemeinsamen Beschluss abhalten, dem weltweit größten Netzwerk am 31. März gemeinsam den Rücken zuzukehren.

Anzeige

Auf in die Diaspora

Schließlich soll es bald ein "Nikotinpflaster" geben. Es heißt "Diaspora" - und wird aus der Feder von vier US-amerikanischen Informatikstudenten stammen. Der Vorhang fällt, so der Plan, noch im Herbst dieses Jahres. Die Idee: Bei dem neuen sozialen Netzwerk sollen die Nutzerdaten nicht auf einem Unternehmensserver liegen, wo sie leichte Beute für Missbrauch sein könnten. Stattdessen liegen sie dezentral in den Rechnern der Nutzer nach dem von Tauschbörsen bekannten Peer-to-Peer-Prinzip.

Diese stellen die physischen Knotenpunkte des Netzwerkes dar – und die Mitglieder bleiben jederzeit Herren ihrer Daten.

Programmiert wird quelloffen. Eine starke Verschlüsselung soll größtmögliche Sicherheit gewährleisten, so die Macher.

Geld fließt wie von selbst

Ganz neu ist die Idee nicht – aber das scheint nicht weiter aufzufallen, denn sie kommt besonders gut an. Die Zeit ist offenbar reif für das Projekt, strafen doch immer mehr Facebooker ihre in Ungnade gefallene Spielwiese durch Liebesentzug.

Die Studenten hatten auf der Geldgeber-Webseite kickstarter.com um Hilfe in Form von 10.000 Dollar fürs Programmieren gebeten – und stehen derzeit bei 180.359 Dollar (rund 145.000 Euro). "Die Begeisterung für 'Diaspora' hat uns schier umgehauen", räumen die vier Pioniere in ihrem Projekt-Blog ein.

Helferlein für "Lieschen Müller"

Schon regen sich erste Zweifler in der Webgemeinde, ob "Diaspora" dem mächtigen Facebook wirklich die Stirn bieten kann. Analog zum Linux-Konzept werden sich technik-affine Nutzer schnell damit zurechtfinden – ob das auch für den Durchschnittsnutzer gilt, bleibt abzuwarten, so zum Beispiel Sarah Perez im Technik-Blog ReadWriteWeb. Allerdings, so Perez, ist offenbar ein kostenpflichtiges Helferlein geplant, das all denen die Arbeit abnimmt, die nicht arbeiten, sondern nur "spielen" wollen - oder können.

10 Millionen mehr bei Facebook

Der Netzwerk-Tanker Facebook hingegen zeigt sich bisher ungerührt vom Grummeln im Untergrund. Das rund 400 Millionen Nutzer zählende Portal hat dem Magazin "Fortune" zufolge sogar seit Mitte April wieder zehn Millionen neue Nutzer hinzugewonnen.

Panikmache oder ernstes Sicherheitsproblem – auf jeden Fall legen die vier Netzwerk-Pioniere mit "Diaspora" einen Finger in die Wunde. Das belegen nicht nur die Spenderzahlen. Und damit liegen sie ganz auf der Linie von "Quit Facebook Day". "Wir wollen zeigen, das es einen Marktbedarf für Netzwerke gibt, die den Datenschutz respektieren", so die "Quit"-Initiatoren. "Denn wo es Bedarf gibt, gibt es bald auch ein Angebot."

Dorothee Monreal
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

  News
Mittwoch, 30.07.2014
"Das nächste große Ding": Musikdienste suchen das passende Lied für jede Lebenslage
Betrug mit Fahrkarten: 19-Jähriger als Bandenchef festgenommen
Twitter: Mehr Werbeeinnahmen und Nutzer - Aktienkurs steigt um 35 Prozent
Dienstag, 29.07.2014
LG Berlin kippt Amazons Schulbuch-Deal: Keine Provision an Schulfördervereine
Onlinekosten.de-Umfrage: Mehrheit nutzt kein mobiles Internet im Ausland
Blackberry kauft "Merkel-Phone"-Entwickler Secusmart
Partnerbörse OkCupid gibt Manipulation von Nutzern zu
winSIM: 2-GB-Allnet-Flatrate für 19,95 Euro - nur 3 Tage günstiger
Facebook spaltet "Messenger"-Chat auch in Deutschland von App ab
HTC One M8 soll mit Windows Phone 8.1 erscheinen
Unitymedia KabelBW erweitert Online-Videothek - Kooperation mit Universal
Base All-in: BILDplus und Fußball-Bundesliga gratis
Blau Smart 1000: 300 Minuten, 300 SMS und 400 MB für 14,90 Euro
Justizminister Maas rät Snowden zu Rückkehr in die USA
Napster-Musikdienst knackt Marke von zwei Millionen zahlenden Nutzern
Weitere News
Neue Handy-Modelle
Moderne Smartphones werden immer beliebter. Viele Hersteller versuchen dabei dem Erfolg des Apple iPhone nachzueifern. Ein Touchscreen Handy ist heute bereits nichts außergewöhnliches mehr.
Im Gegenzug sinken die Preise für klassische Geräte wie ein Klapphandy oder schlichte Slider-Modelle. Neue Handys stellen wir regelmäßig vor.
Prepaid Handy
Mit einem Prepaid-Tarif lässt sich bei voller Kostenkontrolle telefonieren. Allerdings benötigt man dann auch ein Handy ohne Vertrag.
Wer einen Discounter-Tarif bei Anbietern wie Fonic oder Simyo wählt, muss sich noch nach einem Prepaid Handy umsehen.
Verschiedene Modelle gibt es in unserer Handy Übersicht.
Turbo Internet
DSL 16000 ist im Vergleich zu DSL 1000 oder DSL 2000 zwar schnell.
Mit VDSL geht es noch viel schneller: DSL 25000 und DSL 50000 brechen alle Rekorde im DSL Test.
Aber auch Internet über Kabel kann da mithalten.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs