Windows Mobile, Symbian, Android, BlackBerry OS: schon heute gibt es verschiedene Betriebssysteme, die auf modernen Handys zum Einsatz kommen. In Kürze kommt eine weitere Plattform hinzu. Mit der bevorstehenden Einführung des Samsung Wave wird in Deutschland erstmals ein Handy verfügbar sein, auf dem das neue Betriebssystem von Samsung namens Bada laufen wird. "Der Begriff stammt aus dem Koreanischen und bedeutet soviel wie Ozean. Er soll die unendlichen Möglichkeiten einer offenen Handy-Plattform symbolisieren", erklärte Product Manager Lars Rabach am Montag in Lissabon.
Jeder kann Apps programmieren
Programmierer haben die Möglichkeit, für das Samsung Wave und weitere Bada-Handys, die in Zukunft auf den Markt kommen werden, Applikationen zu entwickeln. Der dafür vorgesehene App-Store startet am 19. Mai und wird teilweise kostenlose, teils kostenpflichtige und zum Teil Try & Buy-Apps liefern. Letztere können entweder über einen bestimmten Zeitraum oder nur eingeschränkt genutzt werden. Wer die uneingeschränkte Nutzung will, muss zahlen. Das ist zunächst nur per Kreditkarte möglich, an Abrechnungsprozessen über die Mobilfunkrechnung werde aber gearbeitet, so Rabach. Bis zum Jahresende soll es 150 deutschsprachige Samsung Apps geben. Das klingt nach wenig, aber der südkoreanische Elektronikkonzern will den Markt nach eigenen Angaben bewusst nicht mit unzähligen Applikationen überschwemmen, sondern auf Qualität statt Quantität setzen.
Neben der Möglichkeit, Apps auf dem Handy zu nutzen, steht die neue TouchWiz 3.0-Oberfläche im Fokus der neuen Bada-Telefone. Ein erster Praxistest unserer Redaktion auf dem Samsung Wave hat zwar gezeigt, dass an einigen Stellen noch nicht alles so intuitiv läuft, wie es sich Samsung wünschen würde, insgesamt macht die Oberfläche aber einen ordentlichen und aufgeräumten Eindruck. Außerdem reagiert das Super AMOLED-Display erfreulich präzise. Ein "Auf-das-Display-Hacken" wie es noch vor einigen Monaten auf Samsung-Handys zu beobachten war, ist komplett verschwunden, stattdessen reichen sanfte Wischbewegungen mit dem Zeigefinger aus, um durch das Menü oder die bis zu zehn Start-Screens zu navigieren.
Multitasking ist möglich
Social Hub auf dem Samsung Wave
Bild: Samsung Mobile
Außerdem ist Bada in der Lage, mehrere Anwendungen parallel laufen zu lassen (Multitasking). Beim Samsung Wave funktioniert das auch dann noch richtig gut, wenn zum Beispiel Kamera, Facebook- und Twitter-Widget sowie der mobile Browser laufen. An seine Grenzen stößt der Prozessor allerdings, wenn speicherhungrige Anwendungen wie aufwendig programmierte Spiele gestartet werden. Das parallele Betrachten von Fotos oder Videos wird dann schon mal mit einer kleinen Fehlermeldung auf dem Display unterbunden.
Eine nette Spielerei ist zudem die auf "Social Hub" getaufte Möglichkeit, alle Kontakte an einer zentralen Stelle zu vereinen. Heißt im Klartext: in nur einer Mailbox werden per Push-Technologie SMS, E-Mails, Nachrichten von Twitter- oder Facebook-Freunden sowie von Instant-Messenger-Kontakten gesammelt. Verknüpft ist der Social Hub zudem mit dem Adressbuch. Dort ist bei jedem Kontakt sichtbar, wie auf welchen Plattformen zu welcher Zeit miteinander kommuniziert wurde.