Ende 2007 zeigte Google die ersten Bilder des Handy-OS Android. Im Oktober 2008 ging mit dem T-Mobile G1 das erste Handy mit Android in den USA an den Start. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Apple iPhone die Handy-Konkurrenten schon alt aussehen lassen. Doch eine aktuelle Untersuchung der US-Marktforscher der NPD Group zeigt jetzt ein anderes Bild: Android-Handys überholen in den USA die iPhones von Apple.
RIM bleibt Marktführer in den USA
Im ersten Quartal dieses Jahres konnten Handys mit Android-Betriebssystem demnach an den iPhones vorbeiziehen. Gemessen an den Verkaufszahlen von Smartphones mit diesem Betriebssystem eroberte Android mit 28 Prozent Marktanteil den zweiten Platz der Rangliste und steht damit erstmals vor Apple. Der Konzern aus Cupertino konnte für sein iPhone OS lediglich einen Marktanteil von 21 Prozent für sich verbuchen. Nach wie vor Spitzenreiter ist das Blackberry-Betriebssystem von Research in Motion (RIM): 36 Prozent aller in den USA verkauften Mobiltelefone nutzen diese Handy-Software. Die Gründe für das Wachstum von Android liegen laut der US-Marktforscher auf der Hand. Verizon Wireless, der größte Mobilfunknetzbetreiber in den USA, hatte seine Sonderangebote für Blackberry-Geräte auch auf Android-Handys ausgeweitet, um mit dem iPhone konkurrieren zu können. Denn das iPhone wird exklusiv vom Verizon-Wettbewerber AT&T vermarktet.
Smartphone-Preissenkungen im Kampf um Marktanteile
Zu den meist gefragten Smartphones bei den Amerikanern zählten das Motorola Droid, das HTC Droid Eris sowie das Blackberry Curve. AT&T hatte im ersten Quartal dieses Jahres einen Marktanteil von 32 Prozent an allen in den Vereinigten Staaten verkauften Smartphones. Verizon konnte durch seine aggressive Preispolitik 30 Prozent der Smartphone-Verkäufe für sich verbuchen. Rund 17 Prozent aller Smartphones setzte T-Mobile USA ab, während 15 Prozent der populären, schlauen Mobiltelefone über Sprint abgesetzt wurden. Die großen Player am Markt versuchen mit Innovationen wie BlackBerry 6 oder Windows Phone 7 ihre Position zu stärken. Die kürzlich verkündete Übernahme von Palm durch HP soll dem Computerkonzern Hewlett Packard Wachstum mit Smartphones bescheren.
Mobiltelefone allgemein verteuerten sich aufgrund der starken Nachfrage nach Messaging-Handys und Smartphones im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt um 5 Prozent auf 88 US-Dollar. Der Durchschnittspreis für Smartphones ist in den USA im gleichen Zeitraum dagegen um 3 Prozent auf 151 US-Dollar gefallen. "Mobilfunknetzbetreiber bieten weiterhin attraktive Preise für Geräte an, werden in der Zukunft aber auch andere Optionen für Datentarife präsentieren müssen, um in der Zukunft mehr Kunden anziehen zu können", so Ross Rubin, Leiter der Analyseabteilung der NPD Group.
Jörg Schamberg