Der Telekommunikationsanbieter Versatel verdient sein Geld immer starker mit Geschäftskunden. Während im ersten Quartal 2010 verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres der Umsatz im Privatkundensegment um rund 10 Prozent auf 75,3 Millionen Euro einbrach, wurden mit Geschäftskundenprodukten rund 8 Prozent mehr eingenommen - nämlich 53,6 Millionen Euro. Doch nicht nur das: auch das Wholesale-Geschäft erweist sich für Versatel zunehmend als Geldquelle. Zwischen Januar und März erwirtschaftete der Düsseldorfer Anbieter in diesem Segment 57,9 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 48,6 Millionen Euro. Den größten Anteil an dieser Ergebnissteigerung hatte der Umsatzanstieg aus der Durchleitung von Sprachvolumina, der im Jahresvergleich um 38 Prozent gesteigert wurde. Die Umsätze aus der Vermarktung von Datenvolumen und Breitbandkapazitäten sanken hingegen von 21,1 auf 19,9 Millionen Euro.
Versatel macht wieder mehr Verlust
Insgesamt steigerte Versatel den Quartalsumsatz um 2,6 Prozent auf 186,8 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging aber trotzdem von 45,6 auf 44,4 Millionen Euro zurück. Das liegt nach Angaben von Versatel vor allem an der Rückentwicklung des Privatkundengeschäfts. Unter dem Strich machte Versatel im ersten Quartal einen Verlust in Höhe von 8,8 Millionen Euro. Das waren zwei Millionen Euro mehr als vor einem Jahr. Und das, obwohl mit 23,1 Millionen Euro zehn Prozent weniger investiert wurde.
Privatkundenzahl schrumpft weiter
Wenig erfreulich entwickeln sich zudem die Kundenzahlen im Privatkundensegment. Neben 884 ISDN-Kunden verlor Versatel auch 12.525 DSL-Kunden. Ende März standen laut dem am Dienstag in Düsseldorf vorgestellten Quartalsbericht 670.126 DSL- und 11.417 ISDN-Kunden unter Vertrag.
Trotzdem zeigt sich Unternehmenschef Alain Bandle zufrieden. "Ich freue mich über die positive Entwicklung des B2B-Geschäfts im zurückliegenden Quartal. Diese Ergenisse sind ein deutliches Zeichen für den Erfolg der andauernden Transformation von Versatel. Unser eigenes Netz verschafft uns einen einzigartigen infrastrukturellen Wettbewerbsvorteil und ermöglicht, die Nachfrage nach hohen Bandbreiten zu befriedigen."
Hayo Lücke