Die Koalition hat die Forderung der Grünen nach kostenlosen Telefon-Warteschleifen bei Service-Nummern abgelehnt. Union und FDP stimmten am Donnerstagabend ohne Aussprache im Bundestag dagegen, dass die Verbraucher erst dann zahlen sollen, wenn sie mit einem Berater verbunden sind.
Nicht kostenlos, aber günstiger
Allerdings will die schwarz-gelbe Koalition die Warteschleifen günstiger machen. Ein Abschluss der Verhandlungen zwischen Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) steht jedoch noch aus.
Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn bedauerte die Ablehnung. "Damit wurde eine Chance vertan, die Verbraucher vor der Abzocke durch teure Warteschleifen zu schützen", sagte sie in einer Erklärung. "Das Problem wird weiter auf die lange Bank geschoben."
Update vom 17:15: Verbesserungen angekündigt
Die Parlamentarische Verbraucherstaatssekretärin Julia Klöckner (CDU) kündigte Verbesserungen an. "Kostenpflichtige Warteschleifen sind ein großes Ärgernis für die Verbraucher. Ansagen vom Band, die keinen Mehrwert haben, oder Musik, die man nicht hören will, sollten nicht den Geldbeutel des Anrufers belasten", sagte Klöckner. "Deshalb haben wir im Koalitionsvertrag ausdrücklich das Ziel festgehalten, dies zu ändern. Das werden wir zusammen mit dem zuständigen Wirtschaftsministerium tun." Der Antrag der Grünen greife zu kurz.
Rund 700 Testanrufe ergaben nach Angaben der Grünen, dass die Verbraucher bei Warteschleifen mit zweistelligen Euro-Beträgen und bis zu 18 Minuten Wartezeit rechnen müssen. Spitzenreiter bei den Kosten sei die 0900-Esoterik-Seite "Tarot König" mit 22 Euro bei 12 Minuten gewesen. Bei der 0180-Servicenummer des Telefon-Anbieters Alice (14 Cent pro Minute) sei die Warteschleife 18 Minuten lang gewesen.