Sind soziale Online-Netzwerke wie Facebook und StudiVZ gefährlich? Datenschützer warnen jedenfalls, zu viel Privates preiszugeben. Viele junge Nutzer passen schon auf, Grund zur Sorge gebe es aber bei der Generation 50+.
Mit dem Netzwerken aufgewachsen
Während Datenschützer und Verbraucherschutz-Ministerin Ilse Aigner (CSU) vor Online-Netzwerken warnen, wissen viele Nutzer inzwischen ganz genau, was sie von sich mitteilen wollen, wem sie ihre Daten zugänglich machen - und wie sie sich bestmöglich vor Freunden und Kollegen in Szene setzen. Facebook, StudiVZ und Co. sind auch Selbstdarstellungs-Plattformen.
"Es geht in diesen Netzwerken immer auch um Anerkennung - wie im richtigen Leben", sagt der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Wolfgang Reißmann von der Universität Erfurt. Die Selbstpräsentation gehört dazu. "Inzwischen gibt es bei vielen aber auch so etwas wie eine Netzwerkkompetenz. Heute 16-Jährige sind ja schon mit SchülerVZ & Co groß geworden", sagt der Forscher. Viele Jugendliche hätten gemerkt, dass ein Problem entstehen kann, wenn Eltern oder Lehrer auf ihre Party-Bilder vom Wochenende stoßen oder Lästereien lesen.
Profil öffentlich oder privat?
"Jugendliche treffen über ihr Auftreten in sozialen Online- Netzwerken im Allgemeinen und die Sichtbarkeit ihrer Profilseiten im Besonderen eine rationale Entscheidung", schreibt die Medienpädagogin Maren Würfel in dem Buch "(K)Ein Ende der Privatheit". "Sie wägen Für und Wider auf Grundlage ihres Wissens, ihrer Interessen sowie ihrer Werte ab. Jugendliche gehen also nicht völlig unbedarft und unreflektiert mit ihren persönlichen Daten in den Netzwerken um."
Bei der Kopieraktion im SchülerVZ, bei der ein Computerexperte mit einer Massenabfrage 1,6 Millionen Datensätze kopierte, zeigte sich, dass es sicherer sein kann, das Profil nicht für alle Menschen im Netzwerk freizuschalten.