Als die Deutsche Telekom im Skandaljahr 2008 von einer Datenpanne in die nächste stolperte, machte Deutschlands größter Internetanbieter keine sehr glückliche Figur. Um das verlorene Vertrauen der Kunden im Anschluss schnellstmöglich zurückzugewinnen, wurde eine Reihe von Maßnahmen beschlossen - darunter auch die Veröffentlichung eines jährlichen Datenschutzberichtes. Nun hat die Telekom die zweite Ausgabe des Dokuments vorgestellt: den Datenschutzbericht 2009.
"Beim Thema Datenschutz viel hinzugelernt"
"Datenschutz und die Sicherheit personenbezogener Daten erhitzen in der öffentlichen Diskussion zunehmend die Gemüter. Mit dem Datenschutzbericht stellen wir uns transparent der öffentlichen Diskussion", sagte Manfred Balz, Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance der Deutschen Telekom. Die Deutsche Telekom habe beim Thema Datenschutz viel hinzugelernt. Datenschutz sei keine lästige Pflicht, sondern gelebter Verbraucherschutz und damit Teil des eigenen Geschäfts, so Balz. Im Vergleich zu 2008 sieht der Bericht eine deutliche Verbesserung des Datenschutz. So messe die Telekom dem Thema eine grundlegend neue Bedeutung bei, so ein vorläufiges Fazit.
Demnach arbeite das Unternehmen weiter an der Aufklärung sämtlicher Vorgänge, die 2008 stattfanden.
Aber auch 2009 kamen einige neue Fälle hinzu. Laut Telekom gab es im Vorjahr etwa Hinweise darüber, dass nicht autorisierte Call-Center verschiedene Aufträge für T-Home bearbeitet hätten. Beteiligt war dabei auch ein Call-Center-Betreiber in der Türkei, der für verschiedene Vertriebspartner gearbeitet hatte. Nachdem jedoch versprochende Prämienzahlungen ausblieben, wandte sich dieser direkt an die Telekom. Nach Prüfung der Vorwürfe sei Strafanzeige erstattet worden. Zudem habe die Telekom drei Hauptvertriebspartner abgemahnt, einem weiteren sei komplett gekündigt worden. In einem weiteren Datenskandal war T-Mobile UK involviert. Hier hatte ein Mitarbeiter Kundendaten an Dritte weitergegeben.
Verschiedene Maßnahmen umgesetzt
Um solche und ähnliche Vorfälle künftig zu vermeiden, habe die Telekom eine Reihe von Maßnahmen entworfen und umgesetzt. Unter anderem sei ein 10-Punkte-Programm implementiert worden, das den internen Datenschutz stärke und gleichzeitig den Schutz der Daten vor Diebstahl und Missbrauch verbessere. Auch seien interne Prozesse und Systeme durch externe Stellen wie DEKRA oder TÜV überprüft und zertifiziert worden. Im laufenden Jahr sollen die entsprechenden Projekte weitergeführt werden.
Zudem kündigte das Unternehmen unter anderem an, für Bereiche mit Kundenkontakt neue einheitliche Regeln zur Datensicherheit zu erstellen. Auch werde ein "Datenschutzkompass" für Mitarbeiter eingeführt, der den Umgang mit Personaldaten erleichtern und das Verständnis dafür fördern soll. Zur Aufklärung der Öffentlichkeit wurde zudem ein Ratgeber zum Datenschutz erstellt, der in allen Telekom Shops sowie im Internet als ePaper online abrufbar ist.