Internet-Knoten sind die zentralen Umschlagplätze für Daten im globalen Netz. In Frankfurt steht seit 15 Jahren DE-CIX, heute ist er gemessen am Datenaufkommen der weltweit größte dieser Knoten.
DE-CIX: Größer als Knoten in den USA
Für den Notfall stehen Dutzende große Flaschen mit Löschgas bereit, um ein Feuer gleich im Keim zu ersticken. Auf dem Dach des Rechenzentrums brummen die Klimaanlagen für die Kühlung der Computer, daneben stehen große Notstromaggregate. Und der Weg ins Innerste führt nur durch die streng bewachte Personenschleuse. Der Frankfurter Internet-Knoten DE-CIX ist der wichtigste Umschlagplatz für Daten von zig Millionen Nutzern in Zentral- und Osteuropa. Weltweit ist er damit auf den Spitzenplatz gerückt und hat Amsterdam verdrängt. Selbst in den USA, dem Heimatland des Internets, sind die Knoten nach Angaben des Betreibers DE-CIX kleiner, da sie stärker dezentral verteilt sind.
Entstanden ist der Internet-Knoten vor 15 Jahren, erinnert sich Mitbegründer Arnold Nipper (51), verantwortlich für Betrieb und Weiterentwicklung. Damals ging es einfach darum, die Netze von drei Internet-Providern zu verbinden, damit die Daten auf direktem Weg von einem Netz zum anderen geschickt werden können. Denn vor der Gründung von DE-CIX war der Umweg über die USA notwendig - über den Atlantik und wieder zurück. Das brauchte Zeit und kostete damals viel Geld.
Suchmaschinen gehören auch zum Kundenkreis
Heute hat die DE-CIX Management GmbH - eine Tochter des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft (eco) - mehr als 350 Kunden. Dazu gehören nicht nur Internet-Anbieter aus Deutschland, Osteuropa und Asien, sondern viele Unternehmen, die auf sehr schnelle Leitungen und große Datenmengen angewiesen sind. Das sind zum Beispiel Spezialfirmen wie Akamai, die für Firmen wie Microsoft bei Software-Updates massenhafte Downloads ermöglicht. Auch einige TV-Stationen "senden" direkt an den Knoten. Und auch Rechner von Internet-Suchmaschinen sind direkt angeschlossen. "Google möchte so eng am Endkunden sein wie möglich", sagt Nipper. Dagegen sei die Deutsche Telekom kein großer Kunde, weil sie die Anbindung anderer Netze stärker auf eigene Faust betreibe.
Marketing-Chef Frank Orlowski vergleicht den Knoten mit einem großen Airport. "Wir sind der Flughafen-Betreiber. Und die Internet-Daten können dort umsteigen." Und wie am Flughafen gibt es auch den Transit: 60 Prozent der Kunden haben kein Geschäft in Deutschland, sondern wollen vor allem die internationale Drehscheibe nutzen. DE-CIX ist damit ein wichtiges Teil der Infrastruktur für das gesamte Internet. Die Abkürzung steht für Deutschland und "Commercial Internet Exchange", übersetzt etwa: deutscher kommerzieller Internet-Austauschplatz.