Taugt das iPad als E-Book-Reader? Optisch "ja". Die E-Ink-Bildschirme mögen augenschonender als der extrem spiegelnde Bildschirm des iPad sein, so schön und zeitgemäß können sie Informationen aber bislang nicht präsentieren, zumal es keine Videofunktion und auch nicht immer einen Touchscreen gibt. Das iPad spielt hier seine Multitouch-Vorteile voll aus, Schrift lässt sich intuitiv mit zwei Fingern vergrößern, das Scrollen wird zum Kinderspiel. Traditionelle E-Book-Reader kämpfen außerdem oft mit zu dunklen Anzeigen, wie auch der Sony PRS-600, das iPad kann hier mit einem besonders hellen Display glänzen – und da liegt der Knackpunkt: die extremen Spiegelungen stören wieder. E-Books gibt es im Übrigen nur über Apples iBook-Store. Der AppStore hält zum Beispiel Marvell-Comics und Anwendungen von Tageszeitungen bereit, geblättert wird mit dem Finger.
Überblick – Apple iPad im Test
- Optik, Lieferumfang, erster Eindruck
- iPad als digitaler Bilderrahmen, Videoplayer, Surf-Tablet
- iPad als E-Book-Reader, Netbook-Ersatz und für Einsteiger
- Sonstiges, Fazit und Faktentabelle
Steve Jobs bezeichnete das iPad als "fortschrittlichstes Stück Technik", das er je bei Apple mitentwickelt habe. Aber was ist eigentlich so fortschrittlich am iPad? Wer sich Apples Produktvideo anschaut und das Gerät auf seine nackten Eckdaten reduziert, findet weder Magie noch Wunder. Schlussendlich scheint das iPad nicht durch eine unendliche Vielzahl von Features, sondern im Gegenteil durch Weglassen von Extras aufzufallen. Keine Kamera und somit kein Videoplausch mit den Verwandten auf der Couch, UMTS nur auf Wunsch, ein 1-Gigahertz-Prozessor, der eher nach Smartphone als nach Netbook schmeckt – für den leistungshungrigen Technik-Fan klingt das dürftig, für die ehemalige Netbook-Zielgruppe vielleicht gerade richtig. Wie bei anderen Aufgaben gilt aber auch für die Büroarbeit das Motto "ohne App geht nichts". Apple bietet iWork für 9,99 US-Dollar im AppStore an, das eine Textverarbeitung (Pages), eine Tabellenkalkulation (Numbers) und eine Präsentationssoftware (Keynote) umfasst. Eine E-Mail-Anwendung, ein Kalender, ein Notizblock und die Kartensoftware Maps sind bereits installiert.
Das iPad erinnert bezüglich der Schnittstellen an das MacBook Air: nur das Nötigste wurde verbaut. Bild: Apple
Das iPad als Schreibmaschine oder Smartphone?
Der Haken für Vielschreiber dürfte die einblendbare Tastatur sein. Sie ist zwar ganz okay, aber lange nicht so komfortabel wie ein Netbook-Exemplar. Als Antwort auf das Antippen einer Taste gibt es nur ein Geräusch, eine klare Gewöhnungssache. Dass man für Zahlen oder Zeichen wie Klammern eine Extra-Charge an Buttons aufrufen muss, nervt, wenn man sie häufig benötigt. Umlaute gibt es nur durch Gedrückthalten der Konsonanten, was den Schreibfluss unterbricht. Auch als Smartphone-Alternative ist das iPad nicht zu gebrauchen, es gibt weder eine Webcam noch eine echte Telefoniefunktion. Wer mag, kann VoIP-Applikationen installieren - zum Beispiel von sipgate.
Das iPad für Einsteiger?
Einige sehen gerade in dem Verzicht auf komplizierte Technik einen Vorteil für weniger technikaffine Nutzer. Bislang sprechen die Verkäufe in der Zielgruppe jedoch eine andere Sprache. Einer Umfrage zufolge tummelten sich unter den ersten Käufern knapp drei Viertel Mac-Nutzer und 66 Prozent iPhone-Besitzer. Klar gegen Oma und Opa als Kunden sprechen die Notwendigkeit eines PCs oder Macs und auch der iTunes-Zwang. Windows-Nutzer, die mit Apple und iTunes sonst wenig am Hut haben, werden die Bedienung nicht so intuitiv finden wie ein iPhone-Besitzer.