Für den einzelnen Verbraucher werde es nicht teurer, sagt Breul: "Telekommunikation wird kontinuierlich günstiger. Die Kosten für die Frequenzen müssen zwar wieder rein geholt werden, aber gleichzeitig steigen die Nutzerzahlen bei der mobilen Internetnutzung." Und damit werde es für den Einzelnen wieder günstiger. Ein Netz ist umso rentabler, je mehr Menschen es nutzen.
Start in kleinen Dörfern
Mit dem Kauf der Frequenzen sind Auflagen verknüpft. "Die Unternehmen müssen etwa beim Ausbau ihrer Netze mit den schwach besiedelten und bisher unversorgten Gebieten anfangen", erklärt Rudolf Boll von der Bundesnetzagentur. Bis zum Jahr bis 2016 müssen die Käufer mindestens 90 Prozent der ländlichen Bevölkerung mit einem schnellen Internetanschluss versorgen. Darunter sind Gemeinden von Altdorf in Baden-Württemberg bis Dingelstädt in Thüringen.
T-Mobile, Vodafone, E-Plus und o2 Telefónica stehen schon in den Startlöchern. Sie dürfen bei der Auktion mitbieten. "Wenn nach der Versteigerung mit der Vergabe der Lizenzen alles gut läuft, werden die Netzbetreiber sicher zügig mit dem Aufbau der Infrastruktur beginnen. Denn es macht ja keinen Sinn, die Frequenzen zu ersteigern und sie dann nicht zu nutzen", sagt Breul.
Umrüstung ist nicht teuer
Einen Vorteil haben die Unternehmen dabei: Viele ihrer Funkmasten müssen nur für den neuen Standard umgerüstet werden. "Mobiles Telefonieren ist heute in den ländlichen Regionen über den GSM- Standard praktisch überall möglich. Viele dieser Standorte können auch für die neue LTE-Technologie und damit für Datendienste genutzt werden", sagt Breul.
Mit dem neuen Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution) sind Übertragungsraten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde möglich. Es ist der Nachfolger der UMTS-Technologie, die heute noch oft für das mobile Surfen genutzt wird. Online einkaufen, E-Mails oder Zeitung lesen könnte also bald auch auf weiter Flur möglich sein. Genau wie man dort schon heute mit seinen Freunden telefonieren kann.