Von San Francisco in die weite Welt: 2006 gründeten Biz Stone, Jack Dorsex und Evan Williams den Microblogging-Dienst Twitter und die ersten Nutzer waren damals Mitarbeiter und Freunde aus der kalifornischen Metropole. Inzwischen hat sich ein Informations-Netzwerk rund um den Globus entwickelt in dem bereits über 50 Millionen Kurznachrichten pro Tag verschickt werden.
60 Prozent der Nutzer außerhalb der USA
Die Nutzer sind heute geografisch weit verteilt, wie der Technikchef des International-Teams bei Twitter, Matt Sanford, am Donnerstag im offiziellen Blog verkündet. 60 Prozent der Nutzerkonten sind außerhalb der USA registriert, darunter erwartungsgemäß alle größeren Staaten, aber auch kleinere, wie die Vatikanstadt und sogar aus dem Weltraum werden Tweets verschickt.
Im November letzten Jahres startete Twitter.com auf Spanisch, was in kürzester Zeit eine Steigerung der Nutzerzahlen aus spanischsprachigen Ländern um 50 Prozent brachte. Äußere Umstände trugen allerdings auch einen Großteil zum Spanisch-Boom bei: So bot sich Twitter nach dem schweren Erdbeben in Chile und dem Zusammenbruch der Kommunikationsinfrastruktur als Alternative an, was einen zeitweise Anstieg der Mitglieder um 1.200 Prozent bewirkte. Um 300 Prozent wuchs der Nutzerstamm in Kolumbien, nachdem prominente Politiker anfingen, über den Dienst Wähler anzusprechen.
Weitere Sprachen werden folgen
Ähnliche Erfolge konnten in Indien gefeiert werden, wo die Anmeldungen seit Beginn dieses Jahres um 100 Prozent zunahmen. Dank einer Partnerschaft mit dem größten indischen Mobilfunkanbieter Bharti Airtel, kann dort ein Großteil der 550 Millionen Handy-Nutzer Tweets per SMS zu Standardpreisen senden und empfangen. Auch in Staaten wie Indonesien oder Haiti wurde eine solche Vereinbarung getroffen. Und da die Echtzeit-Information über Twitter immer beliebter wird, werde bereits an weiteren Sprachversionen der Seite und neuen Kooperationen weltweit gearbeitet, kündigt Sanford an.
Rasantes Wachstum außerhalb der USA: Über 60 Prozent der Konten sind im Ausland registriert. Grafik: Twitter
Erst vor Kurzem hatte Mitgründer Biz Stone in einem Zeitungsinterview von der Bedeutung Twitters für die weltweite Vernetzung geschwärmt und die Erfindung solcher Dienste als "Triumph der Menschheit" bezeichnet.