Mit einem Verlust in Höhe von 42,3 Millionen Euro hat der Festnetz- und DSL-Anbieter Versatel das Geschäftsjahr 2009 abgeschlossen. Allein das Weihnachtsquartal steuerte ein Minus von 11,3 Millionen Euro bei. Das geht aus dem am Donnerstag in Düsseldorf vorgelegten Geschäftsbericht hervor. Gegenüber dem Vorjahr wurde der Verlust um 17,1 Prozent reduziert.
Weniger Investitionen
Erreicht wurde diese Reduzierung unter anderem durch das Herunterschrauben der Investitionen. Sie gingen im Jahresvergleich von 143,0 Millionen Euro auf 109,2 Millionen Euro zurück. Parallel dazu musste Versatel einen Rückgang beim Umsatz verkraften. Wurden 2008 noch 762 Millionen Euro umgesetzt, waren es im vergangenen Jahr nur noch 734,8 Millionen. Zu beachten ist jedoch, dass 2008 Einmalumsätze im Wholesale-Segment in Höhe von 36 Millionen Euro erzielt wurden, was einen direkten Jahresvergleich verzerrt.
Im Privatkundengeschäft reduzierten sich die Einnahmen wie erwartet um 7,9 Prozent auf 322,1 Millionen Euro, im Wholesale-Segment um 4,1 Prozent auf 207,9 Millionen Euro. Hoffnung gibt der Geschäftskundenbereich. Hier steigerte Versatel den Umsatz um 4,8 Prozent auf 204,9 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) verschlechterte sich von 210,9 Millionen Euro auf 186,0 Millionen Euro.
Kundenzahl geht zurück
Weiter rückläufig ist auch die Kundenzahl. Im vierten Quartal verlor Versatel nicht nur 11.721 DSL-Kunden, sondern auch 831 Nutzer eines ISDN-Anschlusses. Im gesamten Jahr 2009 ging die Zahl der Breitband-Anschlüsse um 26.357 zurück, die Zahl der ISDN-Kunden um 8.183. Zum 31. Dezember 2009 standen 682.651 DSL- und 12.301 weitere Festnetz-Kunden unter Vertrag. Hinzu kommen 157.000 Kabel-Haushalte.

Versatel selbst sieht sich mit den vorgestellten Zahlen auf einem guten Weg. Auch weil die Anfang des Jahres kommunizierten Unternehmensziele übertroffen wurden. "Mit dem Ausbau strategischer Partnerschaften wie mit Siemens Enterprise Communications oder Telefónica o2, sowie der konsequenten Marktausrichtung der Produkte für Geschäftskunden sind die Weichen für weiteres Wachstum im Geschäftskunden-Segment gestellt", sagte Versatel-Chef Alain Bandle am Donnerstag. "2010 wird für Versatel das Jahr der Transformation. Durch den großen Bedarf hoher Bandbreiten profitieren wird von unserem engmaschigen Netz."