Deutschland ist weiter eines der innovativsten Länder Europas, muss einer EU-Studie zufolge aber mehr hochqualifizierte Fachkräfte ausbilden. Das geht aus dem "Europäischen Innovations-Anzeiger 2009" hervor, den die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel vorstellte. Noch erfinderischer sind in dem Bündnis demnach nur Schweden und Finnland. Besonders stark schnitt Deutschland unter anderem bei der Produktion von High-Tech-Exportgütern ab.
China leitet Aufholjagd ein
In ihrem jährlich erhobenen Index bewertet die EU-Kommission 29 Indikatoren wie Investitionen von Unternehmen, Patentanmeldungen oder Ausgaben für Informationstechnologie. Dabei hatten in Deutschland 2006 nur 2,8 Prozent der 20- bis 29-Jährigen ein Erststudium der Natur-, Ingenieurs- oder Geisteswissenschaften abgeschlossen. In allen 27 EU-Staaten waren es im Schnitt 4,1 Prozent. In diesem Bereich habe Deutschland allerdings eine zweistellige Wachstumsrate zu verzeichnen.
Insgesamt hat Europa nach Angaben der Studie seinen Vorsprung bei Innovationen gegenüber China deutlich eingebüßt. Wenn man das Tempo der Chinesen hochrechne, könnten diese die Lücke zur EU in sehr naher Zukunft schließen, stellten die Autoren fest. Außerdem schaffe es die EU nicht, den Abstand zu den USA und Japan zu verringern. Basierend auf den Daten von 2007 und 2008 gelingt es die beiden Länder weiterhin besser, wissenschaftliche Forschungsergebnisse zur Marktreife zu bringen.
Hayo Lücke
/ dpa