Auch wenn dem Internet die Zukunft gehört, wird allerdings die traditionsreiche Sprachtelefonie nach den Worten von Obermann noch lange die tragende Säule vieler Unternehmen bleiben. "Für viele Anbieter macht das Telefongeschäft auf lange Jahre den mit Abstand größten Umsatzanteil aus" - trotz Preisverfalls und Wettbewerbsdrucks. Dieser Markt bringe in Europa allein Umsätze im dreistelligen Milliardenbereich. Ein Telekommunikationsanbieter könne es sich nicht leisten, das Stammgeschäft zu ignorieren.
Sprachtelefonie bleibt tragende Säule
"Zwei Dinge sind wichtig, ein margenstarkes Kerngeschäft und der Mut, auf chancenreiche Wachstumsfelder zu setzen", unterstrich Obermann. Dabei geht es nach seiner Ansicht darum, die Trends um das mobile und feste Internet rechtzeitig zu erkennen. "Die Unternehmen müssen ihren Kunden künftig einen bestmöglichen Zugang zu allen Internet-Dienstleistungen bieten." Entlang der gesamten Wertschöpfungskette böten sich Umsatzchancen, die zum großen Teil aber nur in Partnerschaften gehoben werden könnten.
Bei der Bilanzvorlage Ende Februar hatte Obermann angekündigt, die Großkundensparte T-Systems solle künftig eine größere Rolle im Konzern spielen. Die Tochterfirma stellt unter anderem Rechenzentren für Großkonzerne bereit. Großes Wachstum sieht Obermann in der Bereitstellung von IT-Diensten und Speicherplatz über das Internet, dem sogenannten Cloud Computing. "Für unsere Branche ist das Thema Cloud Computing mit zweistelligen Zuwachsraten ein echter Wachstumstreiber", sagte er. "Das darf man nicht verschlafen".