Montag, 15.03.2010 18:01

"Capital": Datenlecks bei Unitymedia und Arcor

aus den Bereichen Breitband, Sonstiges

Datenpannen - und kein Ende. Im vergangenen Monat berichtete die "Wirtschaftswoche" über ein neues Telekom-Datenleck, bei dem im Jahre 2007 der Zugriff auf die Daten von 16 Millionen T-Mobile Mobilfunk-Kunden auch den Call-Centern des Großhändlers The Phone House (TPH) möglich war. Das Wirtschaftsmagazin "Capital" meldet nun neue Erkenntnisse in einem älteren Datenskandal. Bei den im Jahre 2006 erfolgten Datenklau von Millionen Telekom-Kundendaten seien auch Daten von Wettbewerbern des Bonner Konzerns entdeckt worden. Diese seien über dubiose Call-Center auf den Schwarzmarkt gelangt. Konkret genannt wurden Datensätze von Arcor und Unitymedia.

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Etwa 200.000 Datensätze betroffen

Das Magazin bezieht sich auf Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Bonn. Demnach gehen die Ermittler davon aus, dass es sich um etwa 200.000 Datensätze von Telekom-Konkurrenten handeln soll. Oberstaatsanwaltschaft Fred Apostel habe "Capital" zudem bestätigt, dass es "Hinweise gibt, nach denen verschiedene Telekommunikations- und Kabelnetzanbieter betroffen" seien. Auf Anfrage von onlinekosten.de bestätigte ein Vodafone-Sprecher, dass der Mobilfunknetzbetreiber bereits im vergangenen November von der Staatsanwaltschaft informiert worden sei. Es seien 5.000 Datensätze der Arcor AG aus dem Jahr 2000 betroffen. Vodafone sei zwar der Rechtsnachfolger von Arcor, dennoch legte der Vodafone-Sprecher Wert darauf, dass es sich um Datensätze von Arcor handele.

Vodafone habe zudem bislang noch keine Einsicht in die Datensätze nehmen können und wisse daher auch nicht welche Kunden betroffen seien. Angegeben seien Namen, Adressen und Telefonnummer, jedoch keine Kontodaten. Ein Unternehmenssprecher des Kabelnetzbetreibers Unitymedia konnte auf Anfrage von onlinekosten.de noch keine Stellungnahme zu dem "Capital"-Bericht abgeben. Die Sachlage müsse zunächst geprüft werden.

Update vom 15. März, 20 Uhr: Stellungnahme von Unitymedia - Kein Datenmissbrauch bekannt

Am Montagabend gab Unitymedia gegenüber unserer Redaktion eine Stellungnahme zu der angeblichen Datenlücke ab: "Uns ist nicht bekannt, dass der Staatsanwaltschaft Hinweise vorliegen, wonach Kundendaten von Unitymedia in die Hände von Datenhändlern gelangt wären. Die Sicherheit unserer Kundendaten hat für Unitymedia höchste Priorität. Dementsprechend werden personenbezogene Daten, insbesondere Kundendaten bestmöglich gesichert. Alle Mitarbeiter unseres Unternehmens sowie Geschäftspartner werden auf die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen verpflichtet. Hätten wir konkrete Kenntnis darüber, dass mit unseren Daten missbräuchlich umgegangen wurde, würden wir dem nachgehen."

Jörg Schamberg
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