Seitdem hat er mehr Unternehmen gekauft als normale Menschen Hemden. Zu dem Imperium des 70-Jährigen gehören die mexikanischen Telefonunternehmen Telmex und Telcel, Banken, Hotels, Bauunternehmen, Bergbaufirmen, Restaurantketten, Bäckereien, und Kaufhäuser. Im vergangenen Jahr unterstützte er außerdem die renommierte "New York Times" mit einen Kredit von 250 Millionen Dollar und bewahrte sie so vor dem Aus. Er ist ihr größter Anteilseigner.
Erfolgsgeheimnis: Eiskalte Berechnung
Mit seinen Unternehmenskonglomeraten und üppigen Spenden an fast alle politischen Parteien ist Slim zum einflussreichsten Mann in Mexiko und wohl auch in Lateinamerika geworden. Weit über 250.000 Menschen sind in seinen Firmen beschäftigt. Er stellte sich mit den unterschiedlichen politischen Parteien gut, finanzierte etwa den Wahlkampf des Präsidenten Vicente Fox (im Amt von 2000 bis 2006) und soll auch Hillary Clinton unter die Arme gegriffen haben.
Slims Vater war ein libanesischer Einwanderer. Julian Slim Haddad wurde im Alter von 14 Jahren nach Mexiko geschickt, um nicht in der Armee des Osmanischen Reiches, zu dem der Libanon damals gehörte, dienen zu müssen. Er machte in den Jahren der mexikanischen Revolution (1910-1920) sein Glück mit Immobilien und baute in Mexiko-Stadt eine wichtige Handelsfirma auf. Von ihm hat der 1940 geborene Carlos wohl die Geschäftstüchtigkeit geerbt. Seine vom Vater übernommenen Grundsätze lauten: "Hingabe, Talent und Fleiß". Dazu kommt aber wohl auch eiskalte Berechnung.
Dies bekam auch die aus Deutschland stammende Unternehmer-Familie Lenz zu spüren. Sie hatte in Mexiko die größten Papierfabriken Lateinamerikas aufgebaut. Doch als die Geschäfte wegen der Krise Anfang der 1980er Jahre schlecht gingen, schlug Slim zu. Er erwarb das Großunternehmen der Deutschen. Auf dem Gelände der stillgelegten Papierfabrik Peña Pobre im Süden der mexikanischen Hauptstadt zog er die Zentrale seines Imperiums Carso hoch.
Soziales Engagement
Carlos Slim engagiert sich für Projekte gegen die Armut in Lateinamerika, finanziert mehrere Stiftungen und seit mehreren Jahren auch die Wiederherstellung des historischen Zentrums von Mexiko- Stadt, der größten Altstadt in ganz Amerika. "Die Herausforderung meines Lebens ist es, die Bedingungen der Gesundheit, der Erziehung und der Bildung zu verbessern. Und Arbeitsplätze zu schaffen", sagt Slim.
"Wie fühlt sich der reichste Mensch der Welt in einem Land mit 50 Millionen Armen", wurde Slim vor drei Jahren bei einer seiner seltenen Pressekonferenzen in Mexiko-Stadt gefragt. Seine Antwort: "Wenn ich sterbe, werde ich nichts mitnehmen."