Er gilt als "Thronfolger" für die Herrschaft über das Imperium des Medienkonzerns News Corporation, der in Deutschland etwa am Pay-TV Sender Sky beteiligt ist. James Murdoch, Sohn des News Corp.-Gründers und Chefs Rupert Murdoch, leitet derzeit die Geschäfte des Konzerns in Europa und Asien. Auf einer Medienkonferenz in Abu Dhabi zeigte Murdoch Junior laut einem Bericht der britischen Zeitung "The Guardian" kein Pardon für illegale Downloader und setzte deren Treiben mit Diebstahl gleich.
Murdoch: Illegale Downloads sind Diebstahl
"Es gibt keinen Unterschied dazu, in ein Geschäft zu gehen und dort Pringles oder eine Handtasche zu stehlen," so James Murdoch. Daher sollten die Strafen für illegale Downloads und die Maßnahmen gegen die Piraterie bei digitalen Inhalten verschärft werden. Es müssten immer die gleichen Eigentumsrechte gelten – egal ob es sich um ein Haus oder einen Film handele. Die "Kids" seien nicht verrückt, also "bestraft sie!", forderte Murdoch mit Nachdruck. Der Schutz des Eigentums sei eine Grundvoraussetzung für Investitionen in ein Geschäft.
Andere Teilnehmer der Konferenz pflichteten Murdoch bei. Nur Maurice Levy, Chef der französischen Werbegruppe Publicis, merkte kritisch an: "Mein Enkel glaubt nicht, dass er stiehlt."
Industrie strebt schärfere Gesetzgebung an - Frankreich als Vorbild
James Murdoch kritisierte auch Inhaltesammler wie Google oder Yahoo, die urheberrechtliches Material indexieren und dann damit Geld verdienen würden. Ähnlich hatte sich schon sein Vater geäußert. News Corp. behalte es sich weiter vor, rechtliche Schritte gegen solche Anbieter einzuleiten. Bereits im vergangenen Jahr wollte Rupert Murdoch Google aussperren.
Emmanuel Rahm, Bruder eines Beraters des US-Präsidenten, gab in Abu Dhabi bekannt, dass die Industrie mit der US-Regierung über eine neue Antipiraterie-Gesetzgebung spreche. Internetsurfer, die dreimal digitale Inhalte illegal heruntergeladen hätten, sollen mit Sanktionen rechnen müssen – so der Wunsch der Film- und Musikindustrie. Gleichzeitig deutete Rahm an, dass es über dieses Thema wohl zu einem "Kampf" mit Internetanbietern kommen werde. Seit Anfang dieses Jahres ist ein Antipiraterie-Gesetz in Frankreich gültig, dass ähnliche Regelungen wie die jetzt vorgeschlagenen Maßnahmen vorsieht. Im Januar hatten auch europäische Industrieverbände härtere Filesharing-Gesetze gefordert.