Böse Überraschung für Vodafone Spanien: In mindestens einem Fall verkaufte das Unternehmen ein fabrikneues HTC Magic mit der Schadsoftware Mariposa an Bord. Das berichtet der Antiviren-Spezialisten Panda Security in seinem Blog. Vodafone bestätigte den Bericht, nannte ihn jedoch einen absoluten Einzelfall. Bislang seien keine weiteren Infektionen gefunden worden. Offenbar ist das unerwünschte Programm Teil eines Netzwerkes gekaperter Computer, das dem Anfang März abgeschalteten Mariposa-Botnetz einer spanischen Hackergruppe gleicht. Den mittlerweile verhafteten Online-Kriminellen war es über Jahre gelungen, die Computer von über 500 Großunternehmen zu infizieren.
Mariposa-Bot durch Zufall entdeckt
Auf das Problem aufmerksam wurde Panda nach eigener Darstellung durch einen Zufall. So hatte ausgerechnet eine Mitarbeiterin des Sicherheitsunternehmens das verseuchte HTC-Smartphone erworben und war auf den Bot gestoßen, als sie ihr Telefon an den Firmen-PC angeschlossen hatte. Zudem fand der Virenscanner den Conficker-Wurm sowie einen Trojaner für den Passwortdiebstahl. Das HTC Magic sei jedoch originalverpackt und versiegelt gewesen. In einer ersten Analyse gelang es, Hinweise auf den Urheber des gefundenen Mariposa-Malware zu extrahieren. Diese stamme laut Panda nicht von den Betreibern des kürzlich zerschlagenen Botnetzes, da das zugehörige Kürzel "DDP Team" nicht gefunden wurde. Stattdessen nenne sich der Urheber "tnls".
Widersprüchliche Angaben gibt es hingegen darüber, wo das betroffene Telefon gekauft wurde. Während im Panda-Blog vom "Vodafone Onlineshop" die Rede ist, nannte der Pressesprecher von Vodafone Deutschland, Thorsten Hoepken, auf Nachfrage von onlinekosten.de ein reguläres Geschäft als Quelle. Dabei habe sich das Telefon zuvor kurze Zeit im Besitz eines weiteren Kunden befunden, der für die Infektion verantwortlich sei. Dieser habe es anschließend wieder in den Laden gebracht und das Siegel auf der Verpackung bewusst gefälscht, um den Eindruck eines unversehrten Kartons zu erwecken. Das Smartphone sei daher wieder ungeprüft in den Verkauf gelangt.
Stein des Anstoßes: Ein fabrikneues, verseuchtes HTC Magic. Bild: Vodafone
Christian Wolf